MOORBURG - Coners hat gute Erfahrungen mit einem „Duftzaun“ in Moorburg. Wildwechsel wurde hier „schlagartig“ gestoppt.

Von Horst Suermann

MOORBURG - Ein wenig Klebeschaum aus dem Baumarkt im Abstand von einigen Metern auf die Bäume längs der Straße gesprüht und darüber ein Duftspray vom Spezialisten für Jagdzubehör – das genügt um Haarwild von der Straße fernzuhalten und schwere Unfälle mit Rehen zu vermeiden.

Das jedenfalls sagt Jagdpächter Gerold Coners aus Moorburg, der vor knapp zwei Monaten zusammen mit zwei Jäger-Kollegen und Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Hollriede einen rund acht Kilometer langen „Duftzaun“ entlang der ehemaligen B 75 zwischen der Grenze zu Ostfriesland und der Tankstelle Moorburg gelegt hat und häufigen Wildwechsel stoppte.

Jäger und Jugendfeuerwehr verwendeten dabei einen Duftstoff, der bei der Anwendung auch für Menschen äußerst unangenehm riecht, tags darauf aber von Menschen kaum noch wahrzunehmen ist. Dennoch genügt der Geruch, um Rehe wirksam zurückzuhalten, wenn sie sich den Bäumen – und damit auch der Straße selbst – nähern. Die Kosten der Aktion „Duftzaun“ gibt Coners mit „etwa 150 Euro“ an. Ein Nachteil: Nach etwa drei Monaten ist Auffrischung nötig.

Die alte Bundesstraße in Moorburg gehört laut Coners zu den „uralten Wildwechsel-Strecken“. Ein besonders stark genutzter Übergang ist der Abschnitt beim Hof von Karl Oltmanns nahe der Moorburger Tankstelle.

„Nach einer solchen Aktion ist es schlagartig vorbei mit dem Wildwechsel“, hat Coners beobachtet. Auch die gegenteilige Erfahrung bestätigt diesen Eindruck. Als den Jägern bei einer ähnliche Aktion vor zwei Jahren das Duftspray ausging und etwa hundert Meter unbesprüht blieben, wechselte das Wild genau dort und nur dort weiterhin über die Straße.

Die Aktion „Duftzaun“ mit der Jugendfeuerwehr Hollriede hat für Coners noch einen weiteren Aspekt: den erzieherischen. Coners: „Wir konnten zur Verkehrssicherheit beitragen und zugleich die Jugendlichen auf den Schutz des Wildes aufmerksam machen.“