MOORRIEM/BERLIN - Als einziger Spender aus dem Oldenburger Land wird heute Jürgen Brandes in Berlin geehrt. Der 57-Jährige hat 349mal Blut abgegeben.
von wolfgang bednarz
Für Jürgen Brandes aus der Moorriemer Ortschaft Paradies ist der heutige Donnerstag ein besonderer Tag: Der 57-jährige Wesermärschler gehört zum Kreis derjenigen treuen Blutspender, die heute in Berlin anlässlich des 4. Weltblutspendertages vom Deutschen Roten Kreuz geehrt werden. Insgesamt werden heute 66 Spender und ehrenamtliche DRK-Helfer ausgezeichnet. Aus dem Oldenburger Land ist Jürgen Brandes, ein Mann mit einer imposanten Körperfülle, der einzige Geehrte.
Seit 27 Jahren hat der zurzeit arbeitslose Groß- und Einzelhandelskaufmann 349 Spenden abgegeben – in der Hauptsache Blutspenden („das sind bis heute fünf Milchkannen voll“), daneben aber auch Plasma- und Leukozytenspenden. Auch im DRK war er gut zwölf Jahre Mitglied. Im Jahre 1980 gab Brandes bei einer Spendenaktion im „Eckflether Kroog“ sein erstes Blut. „Schuld“ hatte die Wirtin. Die fand der damals 30-Jährige recht anziehend. „Und wenn so eine sagt ,geh’ erst mal Blut spenden‘, dann tut man das natürlich auch“, erzählt er.
Auch wenn er momentan keine Arbeit hat, ist der Moorriemer ein vielbeschäftigter Mann. Er ist Mitglied in der FDP, im Ærø-Ausschuss, bei der NDB und bei „Gaudium Frisia“ aus Neuenburg, in Gesangsvereinen und Chören und im Schützenverein Altenhuntorf.
Als ALG II-Empfänger war es Brandes’ Pflicht, sich für die Tage seines Berlin-Aufenthaltes ordnungsgemäß bei der Agentur für Arbeit abzumelden. Dies wäre beinahe schiefgegangen; eine Sachbearbeiterin eines Arbeitsagentur-Servicecenters in Uelzen wies ihn am Telefon auf eine drohende Leistungskürzung hin, weil er dann einem für Freitag festgesetzten Gesprächstermin in Brake fernbleiben würde. Nach einigen Hin und Her, der Stornierung des Termins und Brandes’ Zusage, am Montag in Brake persönlich zu erscheinen, gab die Agentur grünes Licht.
