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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Mordfall Dennis: Neuer Hinweis auf Serienmörder

10.02.2011

VERDEN Zehn Jahre nach dem ungeklärten Mord an dem neunjährigen Dennis haben die Fahnder in Niedersachsen einen Hinweis auf den mutmaßlichen Serientäter, den sie für vier weitere Morde an Jungen auch in Holland und Frankreich verantwortlich machen. Ein Jogger will Dennis und seinen mutmaßlichen Mörder kurz nach seinem Verschwinden im September 2001 in einem hellen Opel Omega Caravan auf einem Waldweg gesehen haben, teilte die „Soko Dennis“ am Donnerstag in Verden mit. In dem Wagen saß ein bulliger Mann mit Brille und ein kleiner blonder Junge, den die Ermittler für Dennis halten.

Der Schüler aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck war am 5. September 2001 nachts aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven verschwunden. Zwei Wochen später fanden Pilzsammler etwa 45 Kilometer von dem Heim entfernt seine Leiche in einem Gebüsch. Er war erstickt worden. Etwa 7800 Hinweisen gingen die Ermittler in den vergangenen zehn Jahren nach. Eine heiße Spur war allerdings nicht dabei. Das könnte sich mit der Aussage des neuen Zeugen jetzt ändern.

„Seine Angaben sind für uns absolut nachvollziehbar und glaubhaft“, sagte der Leiter der „Soko Dennis“, Martin Erftenberg, am Donnerstag. Der damalige Soldat habe sich erst im vergangenen August an die Polizei gewandt, als er sich nach einem TV-Bericht über die ungelösten Mordfälle an seine früheren Beobachtungen erinnerte. Die Fahnder hoffen, mit diesem Hinweis einem Serientäter auf die Spur zu kommen, der neben Dennis vier weitere Jungen ermordet und fast 40 sexuell belästigt haben soll. Die Fahndung laufe nun auf Hochtouren. „Tatpausen sind bei Serienmördern nicht ungewöhnlich. Die Gefahr besteht immer, dass es zu neuen Taten kommen kann“, sagte der Fallanalytiker und Profiler Alexander Horn vom Polizeipräsidium München.

Die Ermittlungen im Mordfall Dennis führten die Ermittler auf Parallelen zu anderen ungeklärten Fällen aufmerksam. Stets vergriff sich der Täter nachts an Jungen mit ähnlicher Statur und in einem ähnlichen Alter, stets drang er unbemerkt in Schullandheime, Internate und Zeltlager ein. Der Großteil der Vorfälle spielte sich in Norddeutschland ab. Zwei Morde ereigneten sich aber in den Niederlanden und Frankreich. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann dort seinen Urlaub verbrachte. Zu der letzten Tat kam es 2004 in einem Schullandheim in Westfrankreich.

Nach Ansicht der Fahnder stammt der Gesuchte aus Niedersachsen oder Bremen, weil seine Taten einen starken geografischen Bezug zeigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handele es sich um einen unauffälligen, sozial integrierten Menschen, so dass niemand Verdacht schöpfe. Es könne auch sein, dass sich seine Lebensumstände geändert haben, so dass es zu keinen weiteren Taten gekommen ist.

Die Ermittler hoffen nun, dass sie über den möglichen Wagen des Mörders an weitere Details gelangen. Die Chance besteht: Auch beim Tod des zehnjährigen Mirco aus dem niederrheinischen Grefrath konnten die Polizei den Täter schließlich wegen seines Autos überführen.

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