Münster/Damme - Das Bistum Münster hat im Umgang mit einem Priester, dem sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen wird, Fehler eingeräumt. Dem Mann war erlaubt worden, Gottesdienste nur zu feiern, wenn keine große Öffentlichkeit zu erwarten war. „Diese Formulierung war zu ungenau“, erklärte am Montag ein Sprecher des Bistums. Das sei ein Fehler gewesen. Der Priester im Ruhestand, der einst auch in Damme (Landkreis Vechta) tätig war, dürfe nun in der Öffentlichkeit generell keine Messen mehr feiern.

Der Fall war am Wochenende bekannt geworden, weil eine betroffene Frau in ihrer Gemeinde in Kevelaer vom Gemeindepfarrer einen Brief in den Gottesdiensten verlesen ließ. In diesem schildert die Katholikin, dass sie Mitte der 1980er Jahre von dem damaligen Kaplan über einen längeren Zeitraum bei der Beichte sexuell missbraucht worden sein soll. Das Bistum sucht jetzt weitere mögliche Opfer. Der Priester hat neben Orten im Münsterland auch am Niederrhein gearbeitet.