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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Eigentümer des Recyclinghofes spricht von Brandstiftung

12.12.2018

Munderloh Erdal Sarigül steht auf dem Gelände seines Recyclinghofes in Munderloh im Landkreis Oldenburg und schaut den Einsatzkräften zu, die gerade die letzten Glutnester löschen. Aus der Mitte des Recyclinghofes steigt weißer Rauch auf, den das Löschwasser verursacht. Der Boden ist mit weißem Löschschaum bedeckt, überall am Boden haben sich Pfützen gebildet. Auch am Dienstagvormittag stinkt es noch immer nach dem Gummi der abgebrannten Reifen.

„Um 6.30 Uhr bekam ich den Anruf von der Feuerwehr, dass es bei mir brennt“, sagt der Eigentümer des Recyclinghofes. Nun ermittle die Polizei. Sarigül: „Es sieht alles nach Brandstiftung aus.“ Rückblick: „Um 6.17 Uhr hatten wir bei der Feuerwehr mehrere Anrufer, die einen Feuerschein gesehen hatten“, sagt Hattens Gemeindebrandmeister Stefan Heinke. Paletten stünden in Brand, hieß es. Die Feuerwehren Kirchhatten und Altmoorhausen seien daraufhin sofort losgefahren. „Schon bei der Anfahrt haben wir gesehen, dass das etwas Größeres ist“, sagt Heinke. In der Tat: „Als wir ankamen, hat es dort auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern gebrannt“, sagt er.

Schwierige Löscharbeiten

Da noch keine Mitarbeiter des Recycling-Betriebs vor Ort waren, mussten die Feuerwehrleute zunächst das Zufahrtstor aufbrechen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch. Und der Gemeindebrandmeister ergänzt: „Das Problem war, dass sechs Schäferhunde auf dem Gelände waren.“ Doch die Einsatzkräfte hätten die Hunde schnell unter Kontrolle bekommen. „Auf dem Gelände waren keine Personen – somit war niemand in Gefahr“, berichtet Heinke.

„Wir haben dann angefangen zu löschen.“ Dabei gestalteten sich die Arbeiten kompliziert. „Es ist recht chaotisch auf dem Gelände. Da stehen Lkw, Autos und überall lagen Gasflaschen herum, die teilweise auch explodiert sind.“ Mindestens ein abgestellter Transporter habe ebenfalls gebrannt, so die Polizei. Besondere Probleme habe ein Container mit Reifen bereitet, der in Flammen stand, sagt Heinke. „Da hat sich eine große Hitze entwickelt.“

Umgehend seien weitere Kräfte der Feuerwehr nachgefordert worden. Insgesamt seien rund 200 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Kirchhatten, Dingstede, Sandkrug, Neerstedt, Wüsting, Hude und Altmoorhausen mit 25 Fahrzeugen vor Ort gewesen, so die Polizei. Einen großen Wasserwerfer habe die benachbarte Firma zur Verfügung gestellt, fügt Heinke hinzu. Die Berufsfeuerwehr aus Oldenburg und die Wehr aus Elsfleth stellten zudem Schaummittel zur Verfügung.

Das Feuer war schnell unter Kontrolle, durch die Rauchentwicklung kam es aber zu Behinderungen, heißt es in der Mitteilung der Polizei. „Wegen der extrem großen, schwarzen Rauchwolke mussten die Einsatzkräfte unter Atemschutzgeräten arbeiten“, sagt Heinke. Per Radio seien Anwohner aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Kurzfristig seien sogar angrenzende Firmen evakuiert worden. Auch auf der angrenzenden Autobahn 28 kam es vorübergehend zu Sichtbehinderungen.

Schließlich wurde gegen 9.30 Uhr ein Greifbagger eingesetzt, um die Glutnester freizulegen und dadurch bekämpfen zu können. Um 12.30 Uhr war das Feuer dann gelöscht. Verletzt worden sei glücklicherweise niemand, teilte die Polizei mit.

Großbrand hatte noch weitere Auswirkungen

Um den Feuerwehrleuten ein ungehindertes Arbeiten zu ermöglichen, wurde die Munderloher Straße zwischen A 28 und Helmerweg gesperrt, so die Polizei. Die Versorgung mit Löschwasser habe sich zudem schwierig gestaltet, so dass die Sperrung der Straße erforderlich gewesen sei. Um die Munderloher Straße nicht zusätzlich zu belasten, wurde auf der A 28 die Anschlussstelle Hatten in beiden Richtungen gesperrt.

Und der Großbrand hatte noch weitere Auswirkungen: Nachdem möglicherweise verunreinigtes Löschwasser in einen Graben gelaufen war, richteten Einsatzkräfte der Feuerwehr an einem angrenzenden Rückhaltebecken eine Sperre ein. Das eventuell mit Schadstoffen belastete Löschwasser habe sich so nicht in der angrenzenden Bäke ausbreiten können, so die Polizei. Mitarbeiter vom Bauhof errichteten eine ähnliche Sperre auch in der Bäke selbst. Die Untere Wasserbehörde wurde kontaktiert und war ebenfalls vor Ort.

Die Brandursachenermittler der Polizei Wildeshausen haben sich vor Ort schon einen Eindruck verschaffen können und ihre Arbeit aufgenommen, hieß es vonseiten der Polizei. Aufgrund der enormen Hitzeentwicklung sei eine Begehung des Brandortes aber noch nicht möglich. Zum entstandenen Schaden waren deshalb auch noch keine Angaben möglich.

Und auch Christian Pundt (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Hatten, war vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Ich habe auch mit dem Eigentümer geredet. Er war natürlich ziemlich entsetzt.“


Ein Video zum Brand unter:   www.nwzonline.de/videos 
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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