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Schicksal: Nach 50 Jahren  Wiedersehen mit  Retter

11.02.2013

Ahlhorn /Cäciliengroden „Das wäre doch nicht nötig gewesen“, bedankt sich Dietrich Schmeidler. Vor 50 Jahren hat der 73-Jährige als Pilot der Bundeswehr Dieter Theilen (63) und seinen Freund Peter Frerichs (62) mit dem Helikopter gerettet. Beim Wiedersehen am Sonntag in Ahlhorn überreichen die beiden Männer aus Cäciliengroden (Kreis Friesland) ihrem Retter Präsente und finden kaum Worte.

Ende Januar 1963 trieben Theilen und Frerichs, damals zwölf und 13 Jahre alt, mehr als 17 Stunden bei minus 15 Grad auf einer Eisscholle durchs Wattenmeer bei Wilhelmshaven. Eigentlich wollten sie zum Spielen auf die zugefrorene Jade, bis eine tischplattengroße Scholle brach. Frierend und um Hilfe rufend trieben die Jungs allmählich Richtung offenes Meer. Stunden um Stunden vergingen. Am nächsten Morgen tauchte der SAR-Hubschrauber auf – und drehte wieder ab.

„Wir dachten, das war’s“, erzählte Theilen am Sonntag. Stabsfeldwebel a.D. Schmeidler klärte auf: Er musste erst die Rückwand aus Plexiglas des Hubschraubers vom Typ „Bristol Sycamore“ auf dem Deich absetzen, um die Kinder aufnehmen zu können. Dann flog er gemeinsam mit Co-Pilot Erhard Schülzel, der heute nicht mehr lebt, zurück. Über der Eisscholle wurde der Rettungsgurt vom Hubschrauber abgelassen. Die Kinder schlüpften hinein und wurden an Bord gezogen.

In Mariensiel setzte der Hubschrauber die durchgefrorenen Abenteurer ab. Von dort ging’s ins Krankenhaus Sanderbusch, wo die Eltern sie erleichtert in die Arme schließen konnten. „Ich weiß noch, dass ich riesigen Hunger hatte“, erinnerte sich Frerichs. Er hatte die Nacht im Eis ohne Schaden überstanden. Theilen ist seitdem jedoch an Diabetes erkrankt.

Das Treffen am Sonntag im Museum der „Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn“ hatte Dirk Schmeidler (48), der Sohn des einstigen Piloten angeschoben. Der Ahlhorner hatte den Bericht über die Rettungsaktion vor 50 Jahren in der NWZ  gelesen und telefonisch den Kontakt zu den Männern in Cäciliengroden gesucht. „Ohne die NWZ  hätte dieses Treffen wohl nicht stattgefunden“, freute sich auch Frerichs.

Gemeinsam mit Peter Pasternak, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, und weiteren Besuchern sahen sich die Gäste zahlreiche Exponate in den Räumen am Gasthaus „Alte Post“ an. Frerichs legte sich sogar einen Rettungsgurt um, wie er sich seinerzeit auch an Bord des SAR-Hubschraubers befand. „Noch mal muss ich aber nicht vom Eis in die Höhe gezogen werden“, schmunzelte der 62-Jährige.


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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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