Frage:
Herr Dr. Brand, Experten warnen vor einem „Jahrhundertjahr“ der Nacktschnecken. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?Brand:
Die Warnung wurde bereits im Winter ausgesprochen. Da spielt der Glaube eine Rolle, dass starker Frost alle Schädlinge abtötet. Dem ist jedoch nicht so. Die hier heimischen Schädlinge sind dem Klima angepasst. Das heißt, dass viel oder wenig Frost nur bedingt die Population der Schnecken beeinflusst. Ein wechselseitiges frostiges und milderes Klima ist für Schädlinge wesentlich unangenehmer.Frage:
Wie erklären Sie sich dennoch die große Anzahl der Schnecken in den Gärten?Brand:
Die Monate Mai und Juni waren relativ trocken, so dass die Aktivitäten der Nacktschnecke gehemmt wurden und kaum ein Tier zu sehen war. In den darauf folgenden Wochen gab es viel Niederschlag, was die Schnecken positiv beeinflusste. Schnecken, die jetzt unterwegs sind, verharrten zuvor im Boden. Von einer katastrophalen Entwicklung, würde ich aber nicht sprechen.Frage:
Welche Möglichkeiten gibt es, die Schnecken abzuwehren. Was empfehlen Sie?Brand:
Bei einer Vielzahl von Mitteln reicht deren einzelne Wirkung in der Regel nicht aus. Ich rate dazu, mit mehreren Methoden zu arbeiten. Beispielsweise mit einem Schneckenzaun und mit Schneckenkorn. Sand, Kalk und Salz hält nur so lange, wie es nicht regnet. Wenn bei Regen Salz ins Erdreich gelangt, würde dies Pflanzen ebenso schädigen, wie die Schnecken selbst.thema: Vermehrte SCHNECKENpopulation
Dr. Thomas Brand, Fachreferent für Pflanzenschutz, Landwirtschaftskammer
