„Radler lebensgefährlich verletzt“ (NWZ vom 8. Juni)

Seit längerem schon fällt mir unangenehm auf, dass Unfallberichte fast immer mit dem geschätzten Betrag des Sachschadens enden. Das mag bei Unfällen ganz ohne Verletzte interessant sein, mit dem Hintergedanken „Schade um diesen Betrag“.

Aber bei Berichten über Unfälle mit Verletzten halte ich solch eine Erwähnung für unangemessen. Da ist ein Jugendlicher auf dem Weg zur Schule lebensgefährlich verletzt worden.

Der Rettungsdienst kämpft um sein Leben, ein Hubschrauber wird herbeigerufen, um den Jungen in eine Spezialklinik zu fliegen. Der Pilot fliegt um sein (des Jungen) Leben. Später im Krankenhaus wird mit großem medizinischen Personal- und Materialaufwand alles versucht, den Jungen zu retten und zu heilen. Die späteren Folgen sind noch nicht abzusehen. Mitschüler, Freunde, Bekannte und vor allem die Familie sind betroffen, werden manches aufwenden, um dem Jungen beizustehen und zu helfen. Wenn man dies alles in Geld umrechnen wollte, käme man auf Zehntausende Euro. Aber wen interessiert das schon, wenn doch nur das Leben gerettet und besser noch so geheilt wird, dass der junge Mensch ein beschwerdefreies Leben wird führen können?

Sich in solch einer Situation Gedanken über den Materialschaden an den Unfallfahrzeugen zu machen, finde ich pietätlos.

Michael Harald Uecker 49632 Essen