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Rechtsrock-Konzert in Krummhörn Neonazis bekommen in Ostfriesland eine Bühne – und viel Gegenwind

Zuschauer bei einem Rechtsrock-Festival (Symbolbild): Beim Konzert „Live in Krummhörn 2“ soll die Böhse-Onkelz-Tribute-Band „Gehasst – Verdammt – Vergöttert“ auftreten. Bei den Mitgliedern der Band handelt es sich nach NWZ-Informationen um bekannte Neonazis.

Zuschauer bei einem Rechtsrock-Festival (Symbolbild): Beim Konzert „Live in Krummhörn 2“ soll die Böhse-Onkelz-Tribute-Band „Gehasst – Verdammt – Vergöttert“ auftreten. Bei den Mitgliedern der Band handelt es sich nach NWZ-Informationen um bekannte Neonazis.

Imago

Ostfriesland - Tief in der ostfriesischen Provinz verläuft die Emder Landstraße entlang von grünen Wiesen und Feldern. Am Horizont sind einige Windkraftanlagen zu sehen. Ein Radweg liegt an der Straße, dahinter grasen Pferde und Kühe. Dort führt eine längere Einfahrt zum Hof des Lohnunternehmens Friedrich Voß – auf einem großen gelben Schild ist sein Logo mit einem Fuchs zu sehen. Nichts lässt darauf schließen, dass hier am Wochenende grölende Rechtsextreme gemeinsam feiern wollen. Doch in Coldewehr (Gemeinde Krummhörn) sollen Neonazis auftreten.

Bekannte Neonazis

Wo normalerweise Landmaschinen und Bagger stehen, ist am Samstag, 5. August, das Konzert „Live in Krummhörn 2“ geplant. Mit dabei ist die Böhse-Onkelz-Tribute-Band „Gehasst – Verdammt – Vergöttert“. Bei den Mitgliedern der Band handelt es sich nach NWZ-Informationen um bekannte Neonazis. Die rechten Musiker spielen auch in anderen Rechtsrock-Bands und waren oder sind teilweise in rechtsextremen Gruppierungen wie der seit 2020 verbotenen Neonazi-Organisation „Combat 18“ („Kampftruppe Adolf Hitler“) oder dem ebenfalls verbotenen militanten „Blood & Honour“-Netzwerk organisiert.

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Auf die politische Gesinnung der Band kann bereits das gewählte Logo schließen. Dort ist eine „28“ dargestellt, die für „Blood & Honour“ steht. Nach NWZ-Informationen war bereits bei früheren Konzerten der Band ein neonazistisches Publikum mit Akteuren der extremen Rechten anwesend.

Der Name der Band bezieht sich auf das gleichnamige Böhse-Onkelz-Lied „Gehasst, verdammt, vergöttert“. Anfang der 80er-Jahre hatten sich die „Böhsen Onkelz“ mit rechtsradikalen Liedern wie „Deutschland den Deutschen“ oder „Türken raus“ in der rechtsextremen Szene einen Namen gemacht. Mehrere Alben wurden auf den Index gesetzt. Später distanzierte sich die Band von diesen Songs.

Organisationen warnen

In den sozialen Medien warnen mehrere Organisationen davor, dass Krummhörn durch das Konzert zu einem Treffpunkt für Rechtsextreme werden könne. Das „Offene antifaschistische Treffen Nordwest“ schreibt, dass die Band gerne in rechten Locations auftrete und deshalb zu erwarten sei, dass ein entsprechendes Publikum nach Krummhörn kommt. Auch das Pixxen-Festival, das in Neukamperfehn in Ostfriesland stattfindet, machte über Instagram auf das Rechtsrock-Konzert aufmerksam.

Auf dem Plakat zu „Live in Krummhörn 2“ ist eine große blaue Gitarre abgebildet, dazu stilisierte Blitze und Feuer. Zu sehen sind zwei Totenköpfe, die zu den Logos der drei Bands gehören, und die Veranstaltungsdaten. Auffällig ist das gelbe Logo des Lohnunternehmers Friedrich Voß, der sein Gelände zur Verfügung stellt und das Konzert bewirbt. Mit dabei sind auch die Bands „Goethes Jungs“ aus Frankfurt und „ErnstFall“ aus Weil am Rhein.

Auf Anfrage unserer Redaktion äußerte sich Lohnunternehmer Friedrich Voß nicht zum geplanten Konzert. Bei einer telefonischen Nachfrage hatte eine Mitarbeiterin erklärt, man sei von den vielen negativen Rückmeldungen zum Konzert überrascht gewesen. Das Unternehmen sei nicht der Veranstalter, sondern stelle lediglich den Veranstaltungsort zur Verfügung.

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