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Medizin Neue Praxis stärkt Standort Sanderbusch

Sande - Mit der Eröffnung der onkologischen Praxis von Yolanda Rodemer und Tobias Wismann am 1. April in Sanderbusch kann das Nordwest-Krankenhaus (NWK) künftig alle Versorgungslevel abdecken, die ein Haus in der Behandlung von Krebspatienten haben sollte. Das sagte NWK-Geschäftsführer Frank Germeroth am Freitag bei der Vorstellung des neuen medizinischen Angebotes. Das NWK verfügt neben 26 Betten in der Onkologie auch über eine onkologische Tagesklinik mit sechs Plätzen und nun auch über die Ambulanz.

Wohnortnahe Versorgung

Die wohnortnahe Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen ist damit deutlich erweitert und verbessert, sagt auch der Ärztliche Direktor am NWK, Prof. Dr. Werner-Johannes Mayet. In der Integration von Arztpraxen ins Krankenhaus sei Sanderbusch ohnehin Vorreiter, so Mayet. Er verwies unter anderem auf die Kardiologische Praxis am NWK, an die Dialysepraxis, die Radiologie oder auch die Rheumatologie.

Die Veränderungen in der Onkologie gehen einher mit der bevorstehenden Verabschiedung von Friedrich Natt in den Ruhestand. Er ist Oberarzt am NWK, der 33 Jahre Jahre lang die Onkologie in Sanderbusch geprägt und ihr zu einem großen Renommee verholfen hat. Die ambulanten Versorgung hatte Natt bislang in der Ermächtigungsambulanz sichergestellt.

Yolanda Rodemer gründete ihre onkologische Praxis vor 16 Jahren in Wilhelmshaven, 2010 stieß Tobias Wismann dazu. Die onkologische Gemeinschaftspraxis wird auch weiterhin bestehen. In Sanderbusch entsteht angegliedert an die Tagesklinik eine Filiale, eine so genannte Zweigpraxis.

Ergänzt wird das Ärzte-Team durch den Chefarzt Dr. Detlev Kohl, der außerdem die Funktion des Chefarztes der Klinik für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin des NWK wahrnimmt. Gemeinsam versorgen sie in Sande und Wilhelmshaven Patienten im gesamten Spektrum onkologischer und hämatologischer Erkrankungen.

„Wir kooperieren schon seit vielen Jahren erfolgreich mit dem Nordwest-Krankenhaus. Auch durch unsere gemeinsame Arbeit im Tumorzentrum Nordwest-Niedersachsen sind wir eng miteinander verbunden. Da lag es nahe, die gute Zusammenarbeit auch noch im ambulanten Bereich zu verstärken“, erklärt Yolanda Rodemer ihre Beweggründe für die Eröffnung der Zweitpraxis.

Mit der neuen Praxis sei ein durchgängiges und ganzheitliches Behandlungskonzept möglich, das alle Versorgungsstufen umfasst. Der niedergelassene Arzt und der Mediziner im Krankenhaus kümmern sich gemeinsam um einen Patienten. „Das verkürzt die Wege und vereinfacht den Austausch mit den Fachärzten der anderen Abteilungen des NWK“, so Germeroth. Der große Vorteil für die Patienten: Es sind die gleichen Ärzte, die sie sowohl in der Praxis als auch im Krankenhaus begleiten. Vertraute Gesichter erleichtern beiden Seiten die Behandlung.

Die enge Verzahnung von ambulanter mit stationärer Versorgung mache die Behandlung effizienter, sagt Chefarzt Kohl. „Doppeluntersuchungen werden vermieden, die Kommunikation verbessert und Qualitätsstandards gemeinsam umgesetzt.“ Er sei überzeugt, dass die Patienten diese Kooperation als ein weiteres Qualitätsmerkmal bei der Behandlung von Krebserkrankungen betrachten: Durch die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Behandlungsformen können wir heute vielen Menschen helfen. „Viele Patienten können sogar geheilt werden“, betont Kohl. „Eine Tumorerkrankung ist immer häufiger kein Todesurteil mehr“, sagt auch Yolanda Rodemer.

Strategischer Schritt

In der täglichen Arbeit soll die interne Vernetzung den Informationsfluss zwischen Praxis und Klinik beschleunigen. Krankenhauseinweisungen sollen schneller und besser umzusetzen und Behandlungsergebnisse sowie Entlassbriefe schneller einzusehen sein.

Weitere Aspekte sind die gezielte Nachwuchsförderung in Klinik und Praxis, um auf lange Sicht die Versorgung der Patienten sicher zu stellen. „Wir pflegen den wissenschaftlichen Austausch mit anderen Fachgesellschaften, nehmen mit dem Zentrum an zahlreichen wissenschaftlichen Studien teil und können dieses Wissen gemeinsam an junge Mediziner weitergeben“, so Tobias Wismann.

Frank Germeroth ist überzeugt: „Die Errichtung der Zweigpraxis ist für uns ein wichtiger strategischer Schritt, der den Standort Sanderbusch und die Versorgung unserer Patienten weiter sichert. “

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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