NEUSTADTGöDENS - Auf die Spuren seiner Ahnen hat sich Frederik Antonie Jansen schon lange begeben. Der gebürtig aus Südafrika stammende Eisenbahningenieur, der heu­te in Birmingham (England) lebt, interessiert sich schon seit Jahren für seine Wurzeln. Jetzt aber kam er zum ersten Mal mit seiner Frau Elise nach Neustadtgödens. Aus diesem Ort stammt nämlich ein Vorfahr, der im Jahre 1753 nach Kapstadt ausgewandert ist.

Die Entdeckung machte Frederik Jansen, der bereits acht Generationen mit rund 5000 Namen fast vollständig zurückverfolgt hat, als er die Trau-Urkunde seines Ahnen entdeckte. Der hatte sich nämlich in Kapstadt die Bürgerrechte erworben und ehelichte Catharina Buys. Dabei gab er als Herkunftsort „Neustadtgödens in Ostfriesland“ an.

Als Jansen die Urkunde entdeckt hatte und im Internet auf einer entsprechenden Plattform diese Nachricht verbreitete, wurde sie von Michael Clemens aus Neustadtgödens entdeckt. Der Heimatforscher und selber in der Ahnensuche sehr bewanderte Clemens suchte gleich den Kontakt. Schon oft hatte er Leuten bei der Suche nach ihren Vorfahren helfen können. Da die Nachricht in Africaans – einer Sprache, die dem Niederländischen sehr nahe ist – abgefasst war, sei die Verständigung unkompliziert gewesen, erzählte Clemens. Er hatte sich auf die Suche nach weiteren Details über den Vorfahren von Frederik Jansen gemacht. Dabei kam ihm zu Hilfe, dass der den recht ungewöhnlichen Vornamen Zirke trug. Und tatsächlich, ein Zirke Janssen war in der evangelischen Kirche konfirmiert worden, anhand der Daten konnte Clemens auf das Geburtsjahr rückschließen. Und auch Zirkes Eltern konnte er ermitteln. Der Vater war Schneider am Ende der Kirchstraße in Neustadtgödens, Zirke lernte das Handwerk ebenfalls. Und so vermuten jetzt Michael Clemens und das Ehepaar Jansen, dass der junge Mann das Dorf verließ, weil er hier kein Auskommen fand. „Für zwei Schneider war das Dorf doch wohl sehr klein“, so Clemens.

Für Ferdie und Elise Jansen war es ein Meilenstein in ihrer Geschichte, den Ort zu sehen, wo vor so langer Zeit ihre Ahnen gelebt haben, auch wenn das Haus nicht mehr erhalten ist. Denn für das Paar ist die Ahnenforschung schon mehr als ein Hobby: Es interessiert sie, wer ihre Vorfahren waren und wie sie gelebt haben. „Wir sammeln nicht nur Daten, sondern füllen diese auch mit Leben“, sagt Frederik Jansen.