NORDENHAM - Die DLRG registrierte seit Dezember 2005 mehr als 20 schwere Brände. Der Schaden beträgt 10 000 Euro.

von Ulrich Schlüter

Noch immer liegt Brandgeruch in der Luft. Verkohltes Holz und angesengte Balken zeugen vom Brand an der Südschule in der Nacht zu Donnerstag. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Nordenham war ein Übergreifen der Flammen auf das Schulgebäude verhindert worden. Ein Teil des überdachten Gangs von der Schule zur Turnhalle wurde ein Raub der Flammen.

Der Hausmeister Manfred Haas spendet beim Betrachten der verkohlten Überreste und des unbeschädigten Gebäudes den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr großes Lob. Die Feuerwehrmänner seien kurz nach der Alarmierung vor Ort gewesen und hätten das Feuer mit aller Routine bekämpft. „Sie haben großen Schaden verhindert“, betont er. Unbekannte haben seiner Meinung nach die beiden Müllcontainer, die normalerweise seitlich abgestellt sind, unter den Gang gezogen und angezündet. „Das ist der zweite Brand innerhalb von vier Wochen“, sagt er.

Eine Anwohnerin aus der Saarstraße hatte das Feuer gegen 1.30 Uhr bemerkt und die Feuerwehr und den Hausmeister alarmiert. Die Ortswehr Nordenham rückte nach Auskunft von Stadtbrandmeister Ralf Hoyer mit zwei Löschfahrzeugen und 17 Mann aus. Während der Fahrt musste ein Wagen zum Schafferhochhaus am Mittelweg dirigiert werden, weil dort gleichzeitig ein Altkleider-Container in Flammen stand.

Brände von Kleider- und Müllcontainern beschäftigen Feuerwehr und Polizei bereits seit geraumer Zeit. Im vergangenen Jahr rückten die Wehren zu rund 50 Brandeinsätzen aus, um Container zu löschen. Waren es damals oft Brände am Plaatweg und in Friedrich-August-Hütte, so haben sich die Tatorte mittlerweile in den Stadtsüden verlagert. Diese Feststellung bestätigt Uwe Thöle vom Kriminalermittlungsdienst der Polizei. Schwerpunkte seien der Parkplatz beim Hochhaus und der Bereich Südschule.

Seit Dezember 2005 verzeichnete die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) 26 schwere Brände von Altkleider-Containern. Nach Auskunft von Schatzmeister Andreas Pachal ist ein Schaden in Höhe von 10 000 Euro entstanden. Neben den Kosten für die Instandsetzung fiel natürlich ins Gewicht, dass die Altkleider nicht mehr zu verwerten waren. Die DLRG-Mitglieder, die ehrenamtlich tätig sind, hatten nach den Bränden alle Hände voll zu tun – mitunter dreimal in der Woche – , um die Überreste zu beseitigen. „Das war unseren Helfern auf Dauer nicht mehr zuzumuten“, sagt Andreas Pachal. Gegen Unbekannt sei schon mehrmals Anzeige erstattet worden, so Andreas Pachal. Er hofft, dass die Übeltäter bald gefasst werden.

Die Rettungsgesellschaft hat die Konsequenzen gezogen und die eigene Sammlung aufgegeben. Statt dessen kümmert sich jetzt nach den Worten des DLRG-Schatzmeisters eine Fremdfirma um die Altkleider-Container.