NORDENHAM - Angesichts der nach wie vor spiegelglatten Straßen und Bürgersteige in Nordenham, bedarf es schon guter Gründe, um das Haus zu verlassen. Auf dem rutschigen Untergrund wird der Spaziergang oft zum unfreiwilligen Eiertanz. Und nicht selten haben solche Rutschparten nicht nur schmerzhafte, sondern auch ernsthafte Folgen.
Die Unfallchirurgie der Wesermarsch-Klinik bekommt das in diesen Tagen deutlich zu spüren. Wie der Chefarzt Dr. Achim Hauser auf Nachfrage derNWZ
mitteilt, hielt sich das Arbeitsaufkommen nach Einsetzen der ersten Schneefälle noch in Grenzen. Die Leute hatten sich offensichtlich gut auf die äußeren Bedingungen eingestellt. Am vergangenen Wochenende kam es jedoch knüppeldick. Da hatten wir einen deutlichen Anstieg an Patienten, die aufgrund der Glätte gestürzt sind und sich verletzt haben.An normalen Wochenenden müssen etwa zwei bis drei Patienten operativ versorgt werden. Am Sonnabend und Sonntag musste das Team von Achim Hauser zehn Patienten operieren, die sich bei Stürzen, allesamt aufgrund von Glatteis, verletzt hatten. In erster Linie zogen sich die Patienten Frakturen des Hand- oder des Sprunggelenks zu.
Viele Prellungen
Aber nicht jedes Sturzopfer landet auf dem Operationstisch. Neben den Patienten, die sich Frakturen zuzogen, kamen noch viele weitere, die etwas glimpflicher davonkamen, zum Beispiel mit Prellungen. Auf jeden Fall hatten Achim Hauser und seine Kollegen alle Hände voll zu tun. Betroffen waren vor allem ältere Menschen jenseits des 50. Lebensjahres.
Angesichts der Wetterverhältnisse ist Achim Hauser darauf eingestellt, dass die Welle der Sturzopfer auch in den kommenden Tagen nicht abreißt. Nach seinen Worten hat es eine ähnlich dramatische Phase im Februar dieses Jahres gegeben. Auch damals waren viele Menschen auf glatten Straßen und Wegen zu Fall gekommen.
Einigermaßen glimpflich sind bisher die Autounfälle in Nordenham verlaufen. Meistens blieb es bei Blechschäden. Allein am vergangenen Freitag krachte es fünfmal im Stadtgebiet. Nach Mitteilung der Polizei hatte ein junger Mann sehr viel Glück. Sein Vater musste mit seinem Auto an den Straßenrand ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Das Fahrzeug blieb in einem Schneehaufen stecken. Der 18-Jährige versuchte das Fahrzeug am rechten Heck anzuschieben. In dieser Zeit kam ein weiterer Autofahrer ebenfalls ins Rutschen und prallte gegen den linken Heckbereich des festsitzenden Pkw. Der 18-Jährige kam mit dem Schrecken davon.
Unfallstelle absichern
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig es gerade bei Glatteis ist, Unfallstellen abzusichern. Nicht immer sei ein Unfall bei diesen Witterungsbedingungen vermeidbar. Umso mehr komme es darauf an, den nachfolgenden Verkehr auf die Unfallstelle hinzuweisen. Nach dem Einschalten des Warnblinklichts sollte in ausreichendem Abstand ein Warndreieck aufgestellt werden. Der Abstand richte sich nach dem zu erwartenden Anhalteweg. Bei 50 Stundenkilometer und eisglatter Straße liege dieser zum Teil bei über 50 Meter.
