NORDENHAM - Richtig erschöpft sind die wenigsten, als sie gegen 21.45 Uhr auf dem Marktplatz ankommen. 22 Kilometer – das hört sich nach viel an. Aber selbst für diejenigen, die nur gelegentlich mal auf Inline-Skates unterwegs sind, ist das locker zu schaffen. Und so erreichen am Sonnabend fast alle der rund 200 Teilnehmer am Nachtlauf für Inline-Skater anderthalb Stunden nach dem Start auch wieder das Ziel.
Veranstalter der neunten Auflage sind wieder der SV Nordenham und die 1. Nordenhamer Inline-Skate-Schule. Arnold Müller hat den Nachtlauf vor neun Jahren ins Leben gerufen. Seitdem findet er regelmäßig statt. Der Lauf ist nichts für Leute, die auf die Tube drücken wollen. Es geht um die Geselligkeit, um die Freude am gemeinsamen Fahren. Als die SVN-Vorsitzende Annemarie Hadeler um 20.15 Uhr die Karawane auf die Reise schickt, rollt die Schlange vom Marktplatz aus erst eimal ganz gemütlich in Richtung Atens.
Die Teilnehmer müssen ein wenig aufpassen, den Vorderleuten nicht in die Hacken zu fahren. Auf Verkehrsregeln müssen sie nicht achten. Rote Ampeln haben keine Bedeutung. Viele nutzen die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit dem Nebenmann oder der Nebenfrau. Erste Pause auf dem Parkplatz des Nordsee-Centers. Dann geht’s weiter in Richtung Blexen. Freie Fahrt auf der B 212. Die Bundesstraße wird zur Skater-Piste. Die Autos müssen warten. Ein berauschendes Erlebnis. Während sich die Teilnehmer den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, galoppiert eine neugierige Kuhherde bis kurz vor den Graben. Diesen Anblick wollen sich die Rindviecher nicht entgehen lassen. Längst hat die Dämmerung eingesetzt. Die Leuchtbänder, die Arnold Müller verteilt hat, strahlen in Neongrün und Neonlila. So bekommt die Skate-Karawane einen Hauch von Laternenumzug.
Über die Martin-Pauls-Straße geht es wieder zurück zum Marktplatz. In FAH kommen Kneipengäste vor die Tür, um den Skatern zuzuwinken. Inzwischen ist die Sonne gänzlich verschwunden. Aber die Augen haben sich an das schummrige Licht gewöhnt, das die Straßenlaternen auf die Fahrbahn werfen.
Auf dem Marktplatz nimmt Arnold Müller die Skater wieder in Empfang. Er freut sich darüber, dass alles reibungslos geklappt hat. Kein Sturz, keine Verletzungen. Die Hilfe der Johanniter wird nicht benötigt. Arnold Müller hat allen Grund, zufrieden zu sein.
