NORDENHAM - Viele Autofahrer genehmigen sich gern einmal ein Bierchen – schließlich gilt in Deutschland die 0,5 Promillegrenze. Für Fahranfänger hat der Alkoholgenuss jedoch bald unangenehme Folgen, wenn sie in eine Polizeikontrolle geraten. Ab dem 1. August gilt für alle Fahrer unter 21 Jahren und für alle Fahrer, die sich in der Probezeit befinden, ein absolutes Alkoholverbot. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro und zwei Punkten im Verkehrszentralregister geahndet werden.

Bei den Nordenhamer Fahrlehrern stößt die Null-Promille-Regelung auf Zustimmung. „Ich finde das Verbot gut, und es sollte für alle Autofahrer gelten“, sagt Helmut Siemens, Inhaber der Fahrschule Siemens. Im Theorieunterricht bespricht er mit seinen Schülern auch die Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrweise. „ Das theoretische Wissen über die Gefahren ist bei den jungen Menschen durchaus vorhanden“, weiß der Fahrlehrer. Dennoch hält er ein Verbot für sehr sinnvoll.

Ähnlich sieht das Sven Nungesser, Inhaber der Fahrschule Sven. „Alkohol hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Das Verbot sollte auf alle Fahrer ausgeweitet werden.“ Grundsätzlich hält er die meisten jungen Erwachsenen für vernünftig. „Sie verursachen nicht vorsätzlich Unfälle. Wenn es unter Alkoholeinfluss zu einem Unfall kommt, dann passiert das meist, weil sie die Wirkung des Alkohols unterschätzen.“

Auch Otto Fegter, Inhaber der Fahrschule Fegter, befürwortet das Alkoholverbot. „Damit es eine Wirkung hat, müsste die Polizei jedoch mehr Präsenz zeigen“, fordert der Fahrlehrer. „Alkoholkontrollen werden von uns am meisten durchgeführt“, hält der Nordenhamer Kommissar Edwin Krüger dagegen. Auch er hält das Alkoholverbot für richtig. „Viele Fahrer verkennen die enorme Erhöhung des Unfallrisikos, wenn sie etwas getrunken haben“, erklärt er. Gerade in den Zeiten des so genannten Koma-Saufens sei es wichtig, dass ein Zeichen gesetzt werde.