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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

So geht die Polizei gegen illegale Autorennen vor

18.04.2019

Nordwesten Aufgemotzt, tiefergelegt und mit lärmendem Auspuff versehen sind die Wagen der Tuning-Fans, die oft auch zu spontanen Innenstadtrennen starten und seit Frühlingsbeginn wieder verstärkt unterwegs sind. Quer durch Niedersachsen und in Bremen hat die Polizei die Raser und Poser im Visier, die mit verbotenen Rennen Menschenleben gefährden oder mit ihren Protzrunden in den Städten die Anwohner nerven. Ein niedersachsenweites Konzept gegen das Phänomen gibt es nicht, die örtlichen Polizeibehörden aber haben ihre Hotspots im Blick. Meist ist es eine Gruppe jüngerer Beamter, die mit dem nötigen Fachwissen die Protzkarossen untersucht.

Einsatzort Opernhaus, mitten im Zentrum von Hannover. Mit ihren leistungsstarken Wagen wurden die Autoposer hier zunehmend zu einer Belästigung, erst vor kurzem gab es deswegen an einem Freitagabend bis in die Nacht Kontrollen. Sechs der Wagen wurden an Ort und Stelle stillgelegt, weil die Eigentümer unerlaubte technische Veränderungen vorgenommen hatten. Wegen Lärmbelästigungen und Raserei kassierten 15 Fahrer einen Strafzettel, Alkohol und Drogen am Steuer waren gut für zwei weitere Anzeigen. Bei einer vorherigen Kontrolle wurden 19 Wagen in einer Nacht stillgelegt, sechs davon hatten einen Auspuff, der unzulässig viel Lärm machte.

Aber auch abseits der Großstädte sorgt die Poser-Szene für Ärger. In Nordenham kontrollierte die Polizei im vergangenen Sommer intensiver - alleine das innerorts gemessene Tempo von mehr als 100 Stundenkilometern illustriert, dass die Beamten nicht als Spielverderber für Autobastler unterwegs sind. Im Gegenzug waren viele der Betroffenen uneinsichtig und stellten die Kontrollen als völlig unnötig dar, wie die Polizei berichtete.

In Oldenburg verfügt die Polizei seit Anfang vergangenen Jahres über eine speziell geschulte Kontrollgruppe, die regelmäßig auf Achse ist. Dabei geht es nicht bloß um Beschwerden wegen der rasenden und lauten Autos, sondern auch die Tatsache, dass die jungen Fahrer mit ihren getunten Wagen häufig an Unfällen beteiligt sind, so die Polizei.

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Die Bremer Polizei hat seit 2017 ein Konzept gegen Raser und Poser - eine Handlungsanleitung für Beamte, die sich mit Posern, getunten Fahrzeugen und verbotenen Autorennen beschäftigen. Seit 2017 gebe es den Straftatbestand „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“, so Polizeisprecher Nils Matthiesen. „Eine Straftat, die nach Paragraf 315d Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafen zwischen zwei und zehn Jahren bestraft werden kann.“

In Bremen seien 2018 sechs Strafverfahren eingeleitet worden. „Da es den Straftatbestand aber erst seit Mitte 2017 gibt es, haben wir keine aussagekräftigen Vergleichszahlen“, betonte Matthiesen. Die Beamten verstehen bei derartigen Delikten keinen Spaß. Führerscheine und die oft protzigen Autos können beschlagnahmt werden. „Das ist für die Beteiligten sehr schmerzlich und trifft sie bis ins Mark“, sagte der Polizeisprecher.

Teilnehmer solcher Rennen sind häufig Männer, zwischen 20 und 35 Jahre, die aus allen sozialen Gruppierungen stammen. Die Rennen werden laut Polizei meistens spontan durchgeführt. Ein plötzliches Ende durch die Polizei fanden kürzlich zwei derartige Aktionen. Am 30. März beschlagnahmten die Beamten den Führerschein eines rasenden 38-Jährigen und dessen Sportwagen Typ Audi R8 (Neupreis: ab 166 000 Euro). Ein Woche später traf es zwei 19 und 23 Jahre alte Männer. Auch deren Mercedes-Autos und Führerscheine wurden beschlagnahmt.

Die Beamten in Bremen sind angehalten, typische Verstöße wie lautstarkes Beschleunigen oder kurzzeitige Geschwindigkeitsübertretungen zu unterbinden und zu ahnden. Beim sogenannten Posen lassen die Fahrer gerne die Motoren ihrer Autos oder Motorräder mit frisierten Auspuffanlagen aufheulen - oft mit Vorliebe an Orten, wo viele Menschen sind, die sie beeindrucken wollen. „Die wollen den dicken Maxen machen“, brachte es Matthiesen auf den Punkt. Bei Verkehrskontrollen achtet die Polizei auch auf technische Manipulationen, wozu die Beamten speziell geschult werden.

Anders als in anderen Bundesländern wurden in Niedersachsen und Bremen bislang keine illegalen Autorennen bekannt, bei denen Unbeteiligte zu Tode kamen. In der Landespolitik wurden die Raser und Poser möglicherweise auch deshalb bislang nicht zum Thema.

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