Hooksiel - Sämtliche Feuerwehren Frieslands, die Ortsverbände Jever und Varel des Technischen Hilfswerks (THW), Soldaten des Sanitätsdienstes Wilhelmshaven, Retter von Deutschem Roten Kreuz (DRK), Rettungshubschrauber „Christoph 26“, DLRG, Polizei, Rettungskreuzer „Hannes Glogner“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Notfallseelsorger und Mitarbeiter des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): Mehr als 270 Retter und Katastrophenhelfer waren am Sonnabend auf den Beinen, um einen Katastropheneinsatz im Außenhafen Hooksiels und am Strand sowie auf der Jade zu üben.
Am Freitagnachmittag, so sah es das Übungsszenario vor, waren zwei Schiffe auf der Jade kollidiert. Rund 10 000 Liter Schweröl liefen dabei ins Wasser. Obwohl sofort begonnen wird, den Ölteppich auf dem Wasser abzusperren und aufzunehmen, schwemmt das Hochwasser am Samstagmorgen Ölbrocken an den Hooksieler Strand.
Aufgabe der Kreisfeuerwehrbereitschaft und des THW ist, den Strand zu säubern. Geübt wird dabei insbesondere die Dekontaminierung, also die Reinigung der Einsatzkräfte nach ihrem Einsatz.
Zwischen Deich und Dünen haben Kreisfeuerwehrbereitschaft und THW einen so genannten Schwarz-Weiß-Bereich eingerichtet: Die Einsatzkräfte der Feuerwehren, die in mehreren Schichten am Strand arbeiten, tragen weiße Schutzanzüge, Schutzbrillen und Gesichtsmasken. „Denn Öl dampft aus, dadurch wird alles kontaminiert“, erklärt Kreisbrandmeister Gerd Zunken.
Nach dem Einsatz müssen die Kräfte zunächst Masken und Brillen entsorgen und sich dann mit Hilfe des verölten Schutzanzugs entledigen – dann geht es zum Duschen ins Zelt. „Diesmal hatten wir nur Feuerwehrmänner bei der Übung – wenn im Ernstfall auch Frauen im Einsatz sind, müssen wir auch das berücksichtigen“, erklärt Michael Ostendorf, stellvertretender Zugführer des Gefahrgutzugs der Kreisbereitschaft.
Während die Feuerwehrkameraden den Schichtwechsel üben, ereignet sich auf der Jade die nächste Katastrophe: Ein Küstenmotorschiff rammt ein voll besetztes Fahrgastschiff. Es gibt rund 20 Verletzte, drei davon schwer. Nun kommt Christoph 26 zum Einsatz: er setzt einen Notarzt und einen Rettungsassistenten auf dem havarierten Fährschiff ab. Im Außenhafen bereiten THW und DRK derweil alles zur Übernahme und Versorgung der Verletzten vor.
Die Leichtverletzten werden in Schlauchbooten vom Schiff geholt und nach der Erstversorgung in die Grundschule Hooksiel gebracht. Die Schwerverletzten werden an Bord vom Notarzt betreut, bis die Fähre – dargestellt von der „Hannes Glogner“ – den Anleger im Außenhafen erreicht hat. Dort werden sie von Sanitätern der Bundeswehr übernommen.
Und hier zeigt sich, wie wichtig solche Großübungen sind: Es dauert gefühlt ewig, bis die rund 20 Leichtverletzten, die im kalten Wind schlottern, ihre Blessuren versorgt bekommen haben. Auf die Idee, die Verletzten, die offensichtlich unter Schock stehen, zuallererst mit warmen Decken zu versorgen, kommt zunächst keiner. Da hilft es auch nicht, dass eine der „Verletzten“ – sie werden dargestellt von THW-Jugend und Jugend-Rotkreuz – immer wieder lautstark über die Kälte klagt.
Und beim Transport der Schwerverletzten wird deutlich: Auch der Umgang mit einer Krankenliege auf Rollen muss geübt werden. Denn viele Helfer finden den richtigen Hebel nicht und es dauert, bis die Liege endlich die richtige Höhe hat und in den bereitstehenden Rettungswagen geschoben werden kann.
„Eine Katastrophe ist das hier“, meint ein THW-Helfer: Er wurde zum Tragedienst abkommandiert, während die Retter des DRK „die Hände nicht aus den Taschen bekommen“: „Dabei sind wir hier, um technische Hilfe zu leisten und das leckgeschlagene Schiff leer zu pumpen“, schimpft er.
Aber glücklicherweise ist der Ernstfall ja nur eine Übung – und bei der Nachbearbeitung sollten solche Mängel erkannt und durch weitere Übungen behoben werden.
„Wir werden mit den Erfahrungen aus dieser Übung jetzt unsere Vorbereitungen weiter vorantreiben“, betont Frieslands Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch als Leiterin des Katastrophenschutzstabs am Ende. Auch Kreisbrandmeister Gerd Zunken ist durchaus zufrieden: „In einigen Bereichen müssen wir noch feilen – aber dafür üben wir ja“, sagt er.
„Für uns an der Küste ist es immens wichtig, uns auf Szenarien wie einen Ölunfall vorzubereiten. Im Ernstfall müssen viele Räder ineinandergreifen, deshalb bin ich sehr dankbar, dass wir heute erfolgreich in einem so großen Rahmen üben konnten“, meint Silke Vogelbusch. Und mit insgesamt mehr als 270 Einsatz- und Stabskräften war der Einsatz am Sonnabend übrigens die größte Öl-Katastrophenübung, die je in Friesland stattgefunden hat.
Hooksiel - Sämtliche Feuerwehren Frieslands, die Ortsverbände Jever und Varel des Technischen Hilfswerks (THW), Soldaten des Sanitätsdienstes Wilhelmshaven, Retter von Deutschem Roten Kreuz (DRK), Rettungshubschrauber „Christoph 26“, DLRG, Polizei, Rettungskreuzer „Hannes Glogner“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Notfallseelsorger und Mitarbeiter des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): Mehr als 270 Retter und Katastrophenhelfer waren am Sonnabend auf den Beinen, um einen Katastropheneinsatz im Außenhafen Hooksiels und am Strand sowie auf der Jade zu üben.
Am Freitagnachmittag, so sah es das Übungsszenario vor, waren zwei Schiffe auf der Jade kollidiert. Rund 10 000 Liter Schweröl liefen dabei ins Wasser. Obwohl sofort begonnen wird, den Ölteppich auf dem Wasser abzusperren und aufzunehmen, schwemmt das Hochwasser am Sonnabendmorgen Ölbrocken an den Hooksieler Strand.
Aufgabe der Kreisfeuerwehrbereitschaft und des THW ist, den Strand zu säubern. Geübt wird dabei insbesondere die Dekontaminierung, also die Reinigung der Einsatzkräfte nach ihrem Einsatz.
Zwischen Deich und Dünen haben Kreisfeuerwehrbereitschaft und THW einen so genannten Schwarz-Weiß-Bereich eingerichtet: Die Einsatzkräfte der Feuerwehren, die in mehreren Schichten am Strand arbeiten, tragen weiße Schutzanzüge, Schutzbrillen und Gesichtsmasken. „Denn Öl dampft aus, dadurch wird alles kontaminiert“, erklärt Kreisbrandmeister Gerd Zunken.
Nach dem Einsatz müssen die Kräfte zunächst Masken und Brillen entsorgen und sich dann mit Hilfe des verölten Schutzanzugs entledigen – dann geht es zum Duschen ins Zelt. „Diesmal hatten wir nur Feuerwehrmänner bei der Übung – wenn im Ernstfall auch Frauen im Einsatz sind, müssen wir auch das berücksichtigen“, erklärt Michael Ostendorf, stellvertretender Zugführer des Gefahrgutzugs der Kreisbereitschaft.
Während die Feuerwehrkameraden den Schichtwechsel üben, ereignet sich auf der Jade die nächste Katastrophe: Ein Küstenmotorschiff rammt ein voll besetztes Fahrgastschiff. Es gibt rund 20 Verletzte, drei davon schwer. Nun kommt Christoph 26 zum Einsatz: er setzt einen Notarzt und einen Rettungsassistenten auf dem Havarierten Fährschiff ab. Im Außenhafen bereiten THW und DRK derweil alles zur Übernahme und Versorgung der Verletzten vor.
Die Leichtverletzten werden in Schlauchboten vom Schiff geholt und nach der Erstversorgung in die Grundschule Hooksiel gebracht. Die Schwerverletzten werden an Bord vom Notarzt betreut, bis die Fähre – dargestellt von der „Hannes Glogner“ – den Anleger im Außenhafen erreicht hat. Dort werden sie von Sanitätern der Bundeswehr übernommen.
Und hier zeigt sich, wie wichtig solche Großübungen sind: Es dauert gefühlt ewig, bis die rund 20 Leichtverletzten, die im kalten Wind schlottern, ihre Blessuren versorgt bekommen haben. Auf die Idee, die Verletzten, die offensichtlich unter Schock stehen, zuallererst mit warmen Decken zu versorgen, kommt zunächst keiner. Da hilft es auch nicht, dass eine der „Verletzten“ – sie werden dargestellt von THW-Jugend und Jugend-Rotkreuz – immer wieder lautstark über die Kälte klagt.
Und beim Transport der Schwerverletzten wird deutlich: Auch der Umgang mit einer Krankenliege auf Rollen muss geübt werden. Denn viele Helfer finden den richtigen Hebel nicht und es dauert, bis die Liege endlich die richtige Höhe hat und in den bereitstehenden Rettungswagen geschoben werden kann.
„Eine Katastrophe ist das hier“, meint ein THW-Helfer: Er wurde zum Tragedienst abkommandiert, während die Retter des DRK „die Hände nicht aus den Taschen bekommen“: „Dabei sind wir hier, um technische Hilfe zu leisten und das leckgeschlagene Schiff leer zu pumpen“, schimpft er.
Aber glücklicherweise ist der Ernstfall ja nur eine Übung – und bei der Nachbearbeitung sollten solche Mängel erkannt und durch weitere Übungen behoben werden.
„Wir werden mit den Erfahrungen aus dieser Übung jetzt unsere Vorbereitungen weiter vorantreiben“, betont Frieslands Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch als Leiterin des Katastrophenschutzstabs am Ende. Auch Kreisbrandmeister Gerd Zunken ist durchaus zufrieden: „In einigen Bereichen müssen wir noch feilen – aber dafür üben wir ja“, sagt er.
„Für uns an der Küste ist es immens wichtig, uns auf Szenarien wie einen Ölunfall vorzubereiten. Im Ernstfall müssen viele Räder ineinandergreifen, deshalb bin ich sehr dankbar, dass wir heute erfolgreich in einem so großen Rahmen üben konnten“, meint Silke Vogelbusch. Und mit insgesamt mehr als 270 Einsatz- und Stabskräften war der Einsatz am Sonnabend übrigens die größte Öl-Katastrophenübung, die je in Friesland stattgefunden hat.
