OLDENBURG - Es ist ein kleines Stückchen heile Natur, das Manfred Linde und Horst Schlärmann verteidigen wollen. Kleingarten reiht sich an Kleingarten, Birken, Buchen und Kastanien stehen in kurzen Abständen auf einer Böschung. Doch nun greift die Straßenbaubehörde in die naturfreundliche Nachbarschaft vor der Autobahnauffahrt Alexanderstraße ein. Von Bürgerfelde bis nach Nadorst werden Bäume an der Autobahn gefällt. Dabei haben wir uns hier jahrelang einen Sicht- und Lärmschutz aufgebaut, beschwert sich Manfred Linde stellvertretend für seine Nachbarn.
Behörde: Reine Routine
Das sind Routinemaßnahmen, um gesunde Baumbestände auf Böschungen zu erhalten, entgegnet Joachim Delfs, Leiter des Geschäftsbereichs Oldenburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. In regelmäßigen Abständen würden diese Baumschnittaktionen durchgeführt. Sie seien notwendig, um das richtige Lichtraumprofil herzustellen.
Doch Linde, seine Frau Malies und Horst Schlärmann wollen sich damit nicht abfinden. Seit 1968 lebt Linde, seit 1977 Schlärmann am Schulweg direkt neben der Autobahn. Ihre Gärten haben sie liebevoll gepflegt, die Böschung zur Autobahn mit Birken, Buchen oder Kastanien bepflanzt, um es sich gemütlich zu machen. Es gibt hier Greifvögel, Bussarde, Sperber oder Eichhörnchen. Die Natur lebt, erzählt Linde, und ist erzürnt, dass die Anwohner nicht über den Beginn der Abholzung informiert wurden.
Auf einmal kam die Straßenmeisterei und hat Bäume, die gefällt werden, mit roten Punkten markiert. Das sind beinahe alle, die uns vor der Autobahn schützen, berichtet Schlärmann.
Das Abholzen der Bäume diene dem Gefahrenschutz, betont wiederum Delfs. Die hoch gewachsenen Bäume könnten bei einem starken Sturm auf die Fahrbahn kippen. Das sehen wir ja ein, aber es sind Bäume markiert, die ein ganzes Stück weit entfernt von der Autobahn stehen, ärgert sich Linde.
Lauter werde es nicht
Mit einer anderen weit verbreiteten Vorstellung will Delfs indes aufräumen: Viele Anwohner glauben, sie würden mehr Lärm von der Autobahn hören. Das ist aber nicht der Fall.
Nur beim Fällen extrem dicht bepflanzter Böschungen würde sich der Lautstärkepegel verändern.
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