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Gemeinsam gegen Traumata und Depressionen

18.09.2019

Oldenburg /Bad Zwischenahn Traumata, Schizophrenien und Depressionen: Flüchtlinge leiden viel häufiger unter psychischen Erkrankungen als der Rest der Bevölkerung. Ihnen auf dem Weg regulärer Psychotherapien zu helfen, ist aber oft schwer – etwa weil kein Dolmetscher zur Verfügung steht oder weil im Heimatland der Erkrankten das Thema Psychotherapie ein gesellschaftliches Tabu ist.

Um die Behandlung von traumatisierten und psychisch erkrankten Flüchtlingen zu verbessern, wurden durch das Projekt „refuKey“ in ganz Niedersachsen sogenannte Kompetenzzentren eingerichtet. Auch für die Region Oldenburg gibt es seit 2018 ein solches Zentrum, das in einer Zusammenarbeit zwischen der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn und dem Psychosozialen Zentrum (PSZ) Oldenburg besteht. Das PSZ wird durch das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) und die Interkulturelle Arbeitsstelle IBIS betrieben.

Nach einem Jahr Kooperation zwischen Klinik und PSZ berichteten die Projektbeteiligten nun von ihren Erfahrungen. Von Mai 2018 bis Ende April 2019 wurden in Oldenburg und Bad Zwischenahn 379 Flüchtlinge behandelt. Die Vorteile des Projektes: Das Psychosoziale Zentrum kann erkrankte Flüchtlinge zügig an die Karl-Jaspers-Klinik vermitteln, wenn ein stationärer Aufenthalt nötig wird. Das PSZ unterstützt wiederum die Klinik mit seiner Erfahrung, etwa bei der Beantragung von Dolmetschern.

Die meisten Klienten des Kompetenzzentrums kommen derzeit über die Landesaufnahmebehörde im Kloster Blankenburg und die Unterkünfte. In den ländlichen Bereichen der Region soll das Projekt künftig noch bekannter werden. Hilfe bei Suizidgefahr, posttraumatischen Belastungsstörungen – die Projektbeteiligten berichten von den Erfolgen ihrer Arbeit. Interkulturelle Unterschiede gebe es – ein anderes Männlichkeitskonzept, die größere Hemmschwelle, sich psychotherapeutisch behandeln zu lassen. „Im individuellen Kontakt spielt die Kultur aber keine große Rolle“, berichtet Psychologin Malú Perlow.

„Ich glaube, dass wir mit unserer Arbeit gute Weichen stellen“, sagt Benjamin ter Balk (NTFN). Die Menschen könnten stabilisiert werden. Politische Hürden und die Unklarheit, ob ein Flüchtling bleiben könne oder nicht, erschwerten die Hilfe aber. „Schon im Erstgespräch sollte mehr achtgegeben werden, ob die Flüchtlinge traumatisiert sind“, wünscht sich ter Balk. Eine offene Sprechstunde bietet „refuKey“ dienstags von 14 bis 16 Uhr im PSZ Oldenburg, Kaiserstraße 14, an.

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Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
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