OLDENBURG - In den Oldenburger Kliniken hat sich die Lage entspannt: Nur noch eine EHEC-Patientin von derzeit 15 Infizierten liegt auf der Intensivstation. Sie leidet an dem hämolytisch urämischen Syndrom (HUS). Alle weiteren HUS-Patienten konnten bereits auf andere Stationen umziehen, eine Patientin kuriert sich sogar zu Hause aus. Das berichtet Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Hygiene-Instituts der Oldenburger Kliniken.
In der Stadt gibt es seit Mitte vergangener Woche keine neuen EHEC-Krankheitsfälle, erklärt auf Anfrage derNWZ
Stadtsprecher Andreas van Hooven. Nach wie vor werden auch Patienten aus umliegenden Kreisen behandelt. Wie Dr. Herrmann mitteilt, sei er als Hygienefachmann zwar mit Bremerhaven in Kontakt, aber es habe noch keine Anfragen zur Übernahme von Patienten aus überlasteten Krankenhäusern in anderen Regionen gegeben. Verglichen mit Hamburg etwa habe man hier eine entspannte Situation. Auch die Anrufe in den Notaufnahmen, die sich Ende vergangener Woche gehäuft hätten, seien inzwischen wieder abgeflaut.Dr. Herrmann teilt die Einschätzung mancher, dass die föderale Struktur bei der Aufklärung der Darmseuche nicht unbedingt hilfreich sei. Was Außenstehende kaum durchschauen können, dazu sagt er: „Die Strukturen sind nicht optimal.“ Bundes- und Landesbehörden sind beteiligt, aber auch Kommunen. Die Gesundheitsämter sind nicht dem Landesgesundheitsamt in Hannover unterstellt, sondern dem Oberbürgermeister. So wurden die Patienten in den Krankenhäusern von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes befragt. Die Kliniken wiederum stehen in engem Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin. Und dann ist da noch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), in dem Sprossen untersucht werden.
Zumindest in den Krankenhäusern kommen derzeit weiterhin keine Blattsalate, rohen Tomaten, Gurken oder Sprossen auf den Tisch.
EHEC wird auch Thema sein bei der 7. Oldenburger Hygiene- und Infektiologietagung, zu der Dr. Jörg Herrmann an diesem Donnerstag im Alten Landtag Hygienespezialisten aus Deutschland erwartet. So wird etwa eine Ulmer Medizinerin darüber berichten, wie 2010 der bisher größte Ausbruch der Legionärskrankheit in Deutschland eingedämmt wurde.
