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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

99. Mordanklage gegen Niels Högel

14.09.2018

Oldenburg /Delmenhorst Ex-Krankenpfleger Niels Högel muss sich nicht in 98, sondern in 99 Fällen wegen Mordes vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat jetzt in einem weiteren Fall Anklage erhoben. Högel soll im Klinikum Delmenhorst einen Patienten getötet haben, indem er ihm eine Überdosis Lidocain spritzte. Der Mordprozess gegen Högel beginnt am 30. Oktober in der Weser-Ems-Halle Oldenburg.

Nach Informationen der NWZ handelt es sich bei dem weiteren Opfer um den Taxifahrer Adnan Tüter aus Delmenhorst. Tüter, ein 47 Jahre alter Vater von zwei kleinen Kindern, war im Juni 2004 an einem Taxistand in Bremen zusammengebrochen. Wenig später diagnostizierten die Ärzte im Klinikum Delmenhorst bei ihm einen Schlaganfall. Am 15. Juni 2004 starb Tüter überraschend auf der Intensivstation, „trotz aller Bemühungen“, wie es in einem Schreiben des Klinikums heißt.

Erst zwölf Jahre später erfährt Tüters Witwe Mariya, dass ihr Ehemann möglicherweise ein Opfer des verurteilten Patientenmörders Högel ist. Auf Gewissheit muss sie allerdings weiter warten: Tüter, der 17 Jahre vor seinem plötzlichen Tod aus der Türkei nach Deutschland gekommen war, war in seinem türkischen Heimatdorf Kumlu nahe der syrischen Grenze beerdigt worden. Die deutschen Behörden baten per Rechtshilfeersuchen um Exhumierung und Untersuchung des Leichnams, doch eine Antwort blieb lange aus. Mariya Tüter hoffte ohnehin nur auf diese Antwort, wie sie 2017 der NWZ sagte: Nein, Ihr Mann wurde nicht ermordet.

Lesen Sie hier die Geschichte zum Fall Tüter

Erst nachdem Mariya Tüter ihre Geschichte in der NWZ erzählt hatte und auch vor Ort recherchiert wurde, kam Bewegung in den Fall. Im August 2018 schickten die türkischen Behörden Untersuchungsergebnisse nach Deutschland. Weil es Zweifel an der gerichtlichen Verwertbarkeit der übermittelten Daten gab, beauftragte die Staatsanwaltschaft die Medizinische Hochschule Hannover, die Ergebnisse zu prüfen.

Diese Zweifel sind jetzt offenbar ausgeräumt. Mariya Tüter bekommt nicht die Antwort, die sie sich erhofft hat: Ab dem 30. Oktober wird es in einem der größten Strafprozesse der deutschen Geschichte auch um dem Mordfall Adnan Tüter gehen. Zunächst bis in den Mai hinein soll verhandelt werden, rund 120 Opfer-Angehörige nehmen als Nebenkläger an dem Prozess teil. Sie alle haben in den Jahren 2000 bis 2005 im Klinikum Oldenburg und im Klinikum Delmenhorst Familienmitglieder verloren. In sechs Fällen ist Högel bereits in früheren Prozessen verurteilt worden. Er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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