OLDENBURG - Nach dem Bombenfund auf der Baustelle neben der Weser-Ems-Halle hat die Stadtverwaltung am Mittwoch Vorbereitungen für die Evakuierung am kommenden Sonntag getroffen. Mitarbeiter des Bürger- und Ordnungsamts gingen am Nachmittag in den betroffenen Straße von Haus zu Haus, um die Bewohner mit Flugblättern über die Situation am Sonntag zu informieren.
Alle Anwohner in einem Umkreis von etwa 1000 Metern um die Fundstelle müssen bis 10 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. Dies betrifft etwa 8000 Menschen. Sprengmeister Gerd Schellberg und seine Kollegen wollen die Bombe bis 16 Uhr entschärft oder gesprengt haben.
Als Sammelstelle steht den betroffenen Bürgern das Neue Gymnasium, Alexanderstraße 90, zur Verfügung. Für kranke oder behinderte Menschen richtet die Stadt einen Transportdienst ein. Fragen zur Evakuierung beantwortet das städtische Service-Center unter Tel. 235-45 00.
Die Polizei wird mit 150 Beamten, darunter eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, im Einsatz sein, um die betroffenen Straßen zu sperren. Unterstützung erhalten sie von etwa 80 Helfern der Freiwilligen Feuerwehren. Die Einsatzkräfte kontrollieren auch, ob alle Anwohner die Sperrzone rechtzeitig verlassen haben. Im Hafen wacht derweil die Wasserschutzpolizei. Über der Zone wird ein Polizeihubschrauber kreisen.
Die Bombenentschärfung hat auch Auswirkung auf den Bahn- und Busverkehr. Die Verantwortlichen von VWG und Bahn AG waren am Mittwoch noch damit beschäftigt, Ersatzfahrpläne auszuarbeiten. Bahnreisende werden wegen der Sperrungen in Busse umsteigen müssen.
Erste Hinweise, dass sich auf dem Baugelände der Weser-Ems-Halle ein Blindgänger befinden könnte, gab es nach Angaben von Hallen-Chef Jan Wartemann bereits Mitte Januar. Aber erst durch weitere Sondierungsbohrungen sei der Verdacht erhärtet worden.
Nach Auskunft von Stadtsprecher Andreas van Hooven war der Weser-Ems-Halle in der Baugenehmigung für die neue Mehrzweckhalle die Auflage gemacht worden, das Baugelände zu sondieren. Denn nicht weit von der jetzigen Fundstelle war 2007 auf der damaligen LzO-Baustelle eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Weser-Ems-Halle ließ deswegen die Lage der 520 vorgesehenen Bohrpfähle genau untersuchen. Nur an einer Stelle wurde in mehreren Metern Tiefe eine Anomalie festgestellt. Wir gehen davon aus, dass es keine weiteren Blindgänger gibt, sagt Wartemann. Für April ist die Grundsteinlegung geplant.
