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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Droht Niels Högel eine weitere Mordanklage?

18.08.2018

Oldenburg Der frühere Krankenpfleger Niels Högel muss mit einer weiteren Mordanklage rechnen: Nach mehr als zweijähriger Wartezeit hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg jetzt die Ergebnisse einer Obduktion aus der Türkei erhalten. Der Untersuchungsbericht werde nun von Rechtsmedizinern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geprüft, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Es müsse festgestellt werden, ob die Ergebnisse für das Verfahren gegen Högel verwertbar seien. Der Ex-Pfleger muss sich ab Ende Oktober wegen Mordes in 98 Fällen vor Gericht verantworten.

Nach Informationen der NWZ handelt sich bei dem möglichen Mordopfer um den Familienvater Adnan Tüter aus Delmenhorst. Tüter, 47 Jahre alt und Vater von zwei kleinen Kindern, war 2004 bei der Arbeit zusammengebrochen und wenig später überraschend im Klinikum Delmenhorst gestorben. Zwölf Jahre später informierte dann ebenso überraschend die Sonderkommission „Kardio“ Tüters Ehefrau Mariya, dass ihr Mann möglicherweise ein Opfer des Serienmörders Niels Högel sei, der in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst mehr als hundert Patienten mit einer Medikamenten-Überdosis umgebracht hat.

Multimedia-Dokumentation: Der Fall Högel

Allerdings gab es im Fall Tüter ein Problem: Sein Leichnam konnte nicht einfach exhumiert und auf Medikamentenrückstände untersucht werden, so wie die Leichen von 134 anderen möglichen Högel-Opfern. Adnan Tüter, der aus der Türkei stammte, war in seinem Heimatdorf an der Grenze nach Syrien beerdigt worden. Die Oldenburger Ermittler brachten ein Rechtshilfeersuchen auf den Weg – und die Antwort war: jahrelanges Schweigen.

Was genau die Untersuchungen der türkischen Rechtsmediziner ergeben haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag nicht mit. Eines dürfte aber sicher sein: Hätten die türkischen Behörden ein negatives Ergebnis nach Deutschland übermittelt, bedürfte es keiner Überprüfung durch die MHH.

Bei den Untersuchungen der deutschen Gerichtsmediziner geht es nun um die Frage, ob die türkischen Ergebnisse den deutschen Qualitätsansprüchen standhalten, kurz: Lassen die Nachweise eine Mordanklage und möglicherweise eine spätere Verurteilung wegen Mordes zu?

Niels Högel wird vorgeworfen, in den Jahren 2000 bis 2005 mindestens 104 Klinik-Patienten getötet zu haben. In sechs Fällen ist er bereits verurteilt worden; er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in der JVA Oldenburg. Die Ergebnisse der Untersuchungen zweiter weiterer Fälle in der Türkei stehen nach Aussage der Staatsanwaltschaft noch aus.

Lesen Sie auch: Die Geschichte der Familie Tüter

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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