OLDENBURG - Nach den belastenden Tagen in Oldenburg sucht Wladimir K. (37) nun Ruhe und Entspannung: Der Ehemann der beim Holzklotz-Anschlag getöteten Olga K. (33) aus Telgte (Kreis Warendorf) hat sich Urlaub genommen, um Abstand zu gewinnen und sich um seine acht und zehn Jahre alten Kinder zu kümmern. Den Urteilsspruch sieht er als Schlussstrich, sagte sein Schwager Steffen Woitaczak am Freitag der NWZ .
In Telgte sei die Verurteilung des Angeklagten Nikolai H. (31) mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Viele Menschen hätte sich am Donnerstag und Freitag gemeldet und ihre Anteilnahme ausgedrückt.
Als Nebenkläger hatte Wladimir K. an den letzten drei Prozesstagen im Landgericht teilgenommen. Begleitet worden war er von seinem Vater, seiner Schwester und seinem Schwager.
Nachdem der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann die lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten verkündet hatte, verließ Wladimir K. das Landgericht durch einen Hinterausgang. Mit dem Auto fuhr er zum Tatort der Brücke Butjadinger Straße. Dort hatte Nikolai H. am Ostersonntag 2008 den Holzklotz auf den BMW geworfen und Olga K. getötet. Neben der Brücke legte der Witwer am Mittwochnachmittag einen Strauß roter Rosen ab. Das war hochemotional und psychisch anstrengend für ihn. Er hatte das Geschehen von damals sofort wieder vor Augen, sagte Steffen Woitaczak.
Gut getan hätten dem Witwer die Worte von Richter Bührmann. Er hatte im Gericht ausdrücklich die fahrerische Glanzleistung des ehemaligen Berufskraftfahrers Wladimir K. gewürdigt. Dadurch, dass er das Auto nach dem Anschlag unter Kontrolle behielt, habe er das Leben seiner Kinder gerettet.
Dass H. über seinen Anwalt ausrichten ließ, dass es ihm leid tue, was mit Olga K. geschehen sei, wurde von der Familie zur Kenntnis genommen, so Woitaczak. Da fehlte uns die wahre Absicht. Für Unterstützung und Mitgefühl gebühre aber der Polizei ein besonderer Dank.
