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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Klinikmorde: Zehn Kartons voller Akten

25.01.2018

Oldenburg Der Prozess gegen den Klinikmörder Niels Högel wird nicht vor dem Sommer beginnen. „Wir versuchen, es noch in diesem Jahr hinzubekommen“, sagte Michael Herrmann, Sprecher des Landgerichts Oldenburg am Mittwoch auf Nachfrage der NWZ, „und das werden wir wohl auch schaffen.“ Er verweist aber darauf, dass die Kammer es hier mit „zehn Umzugskisten voller Akten“ und einer 193-seitigen Anklageschrift zu tun habe. „Das alles muss ja vorher gelesen werden“, so Herrmann.

Opfer zu Tode gespritzt

Die Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Krankenpfleger wegen Mordes an 97 Patienten angeklagt. Der gebürtige Wilhelmshavener soll seine Opfer auf den Intensivstationen im Klinikum Oldenburg und im Klinikum Delmenhorst mit Medikamenten zu Tode gespritzt zu haben.

Gerichtssprecher Herrmann sagt, dass alle Behörden eine schnelle juristische Aufarbeitung des Falls anstrebten, „das sind wir den Angehörigen der Opfer schuldig“. Er weist aber darauf hin, dass jederzeit eilige Verfahren dazwischenrutschen könnten: Wenn es etwa um Haftfragen gehe, müsse die Entscheidung vorgezogen werden. Im Fall Högel gebe es mit Blick auf den Täter diese Eile nicht, „der sitzt ja bereits in Haft“.

Seit 2015 in Haft

Wegen des Todes von sechs Patienten hat das Landgericht Oldenburg den Ex-Pfleger bereits in früheren Verfahren schuldig gesprochen. Seit 2015 verbüßt Högel eine lebenslange Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. Das Gericht hatte zudem die besondere Schwere der Schuld bei Högel festgestellt.

Wenn es zum Prozess wegen 97-fachen Mordes kommt, kann sich die Öffentlichkeit auf ein längeres Verfahren mit einer mindestens zweistelligen Zahl an Sitzungstagen einstellen. Zu jedem einzelnen Fall muss das Gericht Feststellungen treffen. Wo der Prozess stattfinden wird, ist noch offen.

Landgericht zu klein

Es gilt als ausgemacht, dass der große Saal des Landgerichts zu klein ist, um die erwartete hohe Zahl an Nebenklägern und Anwälten fassen zu können. Als möglicher Ausweichort wird der Alte Landtag von Oldenburg im Dobbenviertel genannt.


Eine Einschätzung von unserem Reporter Karsten Krogmann sehen Sie im Video:   www.nwzonline.de/videos 
Weitere Artikel zum Thema unter:   www.nwzonline.de/krankenpfleger-prozess 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020
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