OLDENBURG - Neue Entwicklung im Holzklotz-Fall: Der im Mai zu lebenslanger Haft verurteilte Nikolai H. hat einen weiteren Anwalt an seiner Seite. Hinzugekommen ist Hans Meyer-Mews (Bremen). Der 54-jährige Fachanwalt für Strafrecht gilt als Revisions-Spezialist. Im Team mit Pflichtverteidiger Matthias B. Koch (Bremen) vertritt er die Interessen von H. Gegen das Urteil vom Mai 2009 haben sowohl Koch als auch Wahlverteidiger Andreas Schulz (Berlin) unabhängig voneinander Revision eingelegt.
Meyer-Mews ist der fünfte Anwalt, der sich seit der Festnahme des 31-Jährigen vor 16 Monaten mit dem Fall befasst. Während Koch den gesamten Prozess am Landgericht begleitete, nahmen Schulz und Oliver Wallasch (Frankfurt) nur an den ersten Sitzungen teil. Der Oldenburger Anwalt Axel Husheer legte sein Mandat als Pflichtverteidiger vor Prozessbeginn nieder. Er war von seinem Mandanten verklagt worden, nachdem dieser sein Geständnis widerrufen hatte.
Laut Richterspruch ist H. des Mordes schuldig. Der 31-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts Ostersonntag 2008 einen Klotz von einer Brücke geworfen und eine 33-jährige Frau getötet.
Die Revisionsbegründung der Verteidigung ist fristgerecht beim Landgericht eingegangen. Nach Auskunft von Gerichtssprecher Daniel Mönnich umfassen die Unterlagen mehr als 400 Seiten.
Die Verteidigung sieht die Grundsätze eines fairen Verfahrens u.a. deshalb verletzt, weil H. ein Dolmetscher verwehrt wurde. Meyer-Mews geht nicht davon aus, dass der Bundesgerichtshof (BGH) noch in diesem Jahr über die Revision entscheidet.
