OLDENBURG - Aufatmen im Stadtsüden: Bei dem am vergangenen Freitag festgenommenen 38-Jährigen könnte es sich um den Serien-Brandstifter handeln, der seit zwei Jahren für Unruhe sorgte. Der Polizei liegen zwar nur konkrete Hinweise auf zwei Brandstiftungen vor. Darüber hinaus dürfte der Beschuldigte aus Osternburg aber für rund 30 weitere Taten in Frage kommen.
Im Stadtteil Osternburg kam es in den vergangenen beiden Jahren zu einer Häufung von Bränden. Vielfach wurden Mülltonnen in Brand gesteckt. Es brannten auch Schuppen und Carports. Außerdem standen sechs Autos, ein Wohnmobil und ein Motorrad in Flammen. Der dadurch angerichtete Schaden beläuft sich auf mehrere 10 000 Euro.
Als Reaktion auf die Brandstiftungen verstärkte die Polizei ihre Präsenz in Osternburg. Auch der inzwischen Festgenommene geriet schon früh in den Blickpunkt der polizeilichen Ermittlungen. Die Observationen blieben jedoch erfolglos.
Die Angst wuchs im Stadtteil, nachdem im November und Dezember 2011 mehrere Autos angezündet worden waren. Am frühen Heiligabend brannte in der Straße Im Wunderhorn ein Auto in einem Carport vollständig aus. Allein dabei entstand ein Schaden von etwa 20 000 Euro. Im Zuge dieser Ermittlungen, so Polizei-Chef Johann Kühme, konzentrierte sich der Tatverdacht auf den 38-Jährigen. Eine eigene Ermittlungsgruppe befasste sich mit dem Fall. Mehrere Wochen lang legten sich die Beamten auf die Lauer. Letztlich führte diese intensive Observation zum Erfolg. Nach dem Brand eines Transporters an der Rudolf-Diesel-Straße nahm die Polizei den Verdächtigen fest.
Der Mann fiel im vergangenen Jahr auch als möglicher Sextäter auf. Mehrfach soll der Vorbestrafte versucht haben, von Acht- bis Zwölfjährigen Speichelproben zu nehmen. Das geschah zunächst im Bereich Klingenberg-/Brandenburger Straße, später auch im Bereich des Schulzentrums Osternburg und der Wallschule. Besorgte Eltern wandten sich an die Polizei. Diese verhängte zweimal (drei und zwölf Monate) ein Aufenthaltsverbot für bestimmte Zonen. Begründung: Der Umstand, dass er Spucke von den Kindern habe sammeln wollen, lasse einen sexuellen Hintergrund vermuten.
