OLDENBURG - Mit dem Leben davongekommen, aber wohl alle materiellen Werte verloren: Auch einen halben Tag nach dem Brand ist Familie Laubinger der Schock noch anzumerken, den sie in der Nacht zu Montag erlitten hat.

„Nur mit Schlafanzügen bekleidet sind wir aus der brennenden Wohnung geflüchtet“, erzählt Mutter Jasmin Laubinger (34). „Um 1.38 Uhr standen wir auf der Straße und haben die Nachbarn alarmiert.“ Das Feuer am Dwaschweg 244 war in der Küche ausgebrochen. Ein auf dem Herd vergessener und mit Öl gefüllter Topf war in Brand geraten.

Dass sie mit dem Leben davongekommen sind, hat die Familie wohl dem elf Jahre alten Armani zu verdanken. Der war nachts, weil er Durst verspürte, wach geworden und hatte den Brandgeruch wahrgenommen. Geistesgegenwärtig weckte er seine Mutter und die vier Geschwister Marlon (10), Armani (11), Angelina (13), Chanel (16) und Domani (17). Gemeinsam alarmierten sie die Feuerwehr, die den Brand schnell unter Kontrolle brachte und nach zwei Stunden wieder abrückte. Die Wohnung wurde zwar belüftet, doch ist der Brandgeruch in die Kleidungs- und Möbelstücke gezogen, ein schwarzer Rußfilm hat sich über die Einrichtung gelegt. „Das ist wohl alles nicht mehr zu gebrauchen“, meint die 34-Jährige. Eine Haftpflicht- oder Hausratsversicherung besitzt die Familie nicht.

Untergekommen ist die alleinerziehende Mutter mit ihren fünf Kindern bei ihrer Tante und ihrem Onkel am Herrenweg. „Wir haben zwar ein Dach über dem Kopf, aber die Zimmer reichen längst nicht aus“, meint sie. „Es ist ein Wunder, dass wir überlebt haben. Wie es weitergehen soll, wissen wir aber nicht“, blickt Jasmin Laubinger skeptisch in die Zukunft.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg