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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizei: Kurzer Draht hat sich bewährt

06.11.2018

Oldenburg /Lingen Gas geben und ab über die Grenze – für Verbrecher ist die rettende Flucht ins Nachbarland längst Geschichte. Vor 25 Jahren besiegelten Niedersachsen und die Niederlande eine grenzübergreifende Kooperation, die immer weiter ausgebaut wurde. Eine 1993 im emsländischen Lingen eingerichtete Regionale Verbindungsstelle stellt auf niedersächsischer Seite den kurzen Draht nach Holland sicher. Tausende Fälle wurden gemeinsam bearbeitet und deutsche und niederländische Polizisten gehen zusammen Streife – seit 2008 auch in Oldenburg, etwa in der Fußgängerzone.

Was umfasst die Polizeikooperation?

Schnelle Absprachewege und Schaltstellen standen am Anfang, es folgten Regelungen zum wechselseitigen Austausch sogenannter Einsatz- und Führungsmittel – vom Rauschgiftspürhund bis zu Verbrechensdaten. Funkfrequenzen wurden aufeinander abgestimmt, in Bad Nieuweschans sogar ein gemeinsamer Stützpunkt eröffnet und grenzüberschreitende Polizeiteams mit Beamten beider Länder eingerichtet.

Was leistet die Verbindungsstelle in Lingen ?

Die Stelle wird aktiv, wenn es um Rechtshilfeersuchen geht und dient als zentrale Stelle für den Informationsaustausch mit den Niederlanden. Informationen werden dort gebündelt, zentral ausgewertet und gezielt an die Einsatzkräfte im Nachbarland weitergegeben. Ordentliche Niederländischkenntnisse sind für die deutschen Beamten dort ein Muss. In den vergangenen 25 Jahren wurden dort mehr als 6700 polizeiliche Unterstützungsanfragen jährlich aus den Niederlanden beziehungsweise Deutschland bearbeitet.

Wie sieht die Kooperation in Oldenburg aus?

Neben den grenzüberschreitenden Polizeiteams, die auf Streife gehen, wurde im Oktober 2016 eine zentrale Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung grenzüberschreitend tätiger Einbrecherbanden in Oldenburg eingerichtet.

Wie sieht die Verbrecherjagd konkret aus ?

Seit 2005 dürfen die Beamten bis zu 150 Kilometer weit über die Grenze fahren und im jeweiligen Nachbarland auf Verbrecherjagd gehen. Notfalls dürfen sie auch ihre Dienstwaffen einsetzen – vom Pfefferspray bis zur Schusswaffe.

Worum geht es bei den gemeinsamen Einsätzen ?

Natürlich steht die grenzüberschreitende Kriminalität im Mittelpunkt, dabei geht es um Rauschgiftschmuggel, das Einschleusen von Einwanderern oder Mülltourismus. Aber auch Entführungsfälle oder Mord- und Totschlag machen an der Grenze nicht halt. Seit 2008 gibt es deutsch-niederländische Polizeiteams in der Grenzregion, die mehr als 5200 Straftaten und rund 2000 Ordnungswidrigkeiten aufdeckten. Sie stellten 350 Kilo Drogen mit einem Schwarzmarktwert von mehr als 8 Millionen Euro sicher. Zuletzt wurde eine „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchsdiebstahl“ zur Bekämpfung mobiler Banden eingerichtet, die schon mehreren internationalen Banden das Handwerk legte.

Was waren spektakuläre Fälle?

Bei der Aufklärung eines spektakulären Mordfalls in Nordhorn 2016 arbeiteten die Mordkommissionen im Emsland und in Amsterdam Hand in Hand. Mit einem Spezialgerät der niederländischen Polizei wurde ein vermisster Niederländer ermordet und vergraben auf dem Gelände eines deutschen Bauernhofs entdeckt. Auch 2014, bei der Jagd nach einem als „Bonnie und Clyde“ bezeichneten brutalen niederländischem Gangsterpaar, das letztlich im Münsterland gefasst wurde, spielte die Verbindungsstelle eine wichtige Rolle.

Erschweren offene Grenzen die Zusammenarbeit?

Auch wenn es keine Kontrollstellen an der Grenze mehr gibt überwachen zahlreiche Beamte beider Länder die Grenzregion. Seit dem Wegfall der Kontrolle an den Binnengrenzen des EU-Schengenraums überwachen Bundespolizei und niederländische Koninklijke Marechaussee den Verkehr, oft postiert in Streifenwagen kaum 100 Meter von der Grenze entfernt.

Vor sechs Jahren installierten die Niederländer zusätzlich eine Kameraüberwachung an den großen Grenzübergängen. Neben einer Kennzeichenerfassung zum Ermitteln gestohlener und gesuchter Autos erfassen die Kameras Automarke und Insassen und schlagen der Marechaussee automatisch Wagen zur Kontrolle vor. Auch Zollfahnder postieren sich an den Verbindungen zwischen beiden Ländern für Kontrollen.

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