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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Soko Kardio zieht Bilanz zur größten Mordserie

26.08.2017

Oldenburg Fast drei Jahre lang hat die Soko „Kardio“ im Fall des Klinikmörders Niels Högel ermittelt. Tagtäglich haben die Polizisten Patientenakten ausgewertet und Zeugen vernommen, weit mehr als 100 Leichen mussten ausgegraben und rechtsmedizinisch untersucht werden. Dabei ging es nicht darum, einen Mörder zu fassen; Högel sitzt schon längst hinter Gittern, verurteilt zu lebenslanger Haft. Es ging darum, Angehörigen Antworten zu geben: Wie viele Menschen mussten sterben? Wie wurden sie getötet? Und: Hätten die Morde verhindert werden können?

Jetzt gelten die Ermittlungen als abgeschlossen, am Montag ab ca. 10 Uhr stellen Polizei und Staatsanwaltschaft die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz im Alten Landtag von Oldenburg vor. Auf NWZonline sehen Sie einen Livestream von der Pressekonferenz.

Worum geht es bei der Pressekonferenz?

Zuvorderst geht es natürlich um die Frage: Wie viele Menschen hat Högel ermordet? Er ist wegen zweifachen Mordes verurteilt worden, vor Gericht hat er selbst 30 Tötungen zugegeben. Die Zahl seiner Opfer dürfte aber weitaus höher liegen. Nach NWZ-Informationen muss vor allem die Zahl der Verdachtsfälle im Klinikum Oldenburg deutlich nach oben korrigiert werden: Bei der letzten Pressekonferenz 2016 sprach die Polizei noch von „dringendem Tatverdacht“ in sechs Fällen, jetzt dürfte es ein Vielfaches sein.

Der Fall Niels Högel in einer großen Übersicht

Lesen Sie alle Berichte zu dem Fall in einem Spezial

Antworten dürfte es zudem geben auf die Frage, welche Medikamente Högel als Mordwerkzeug eingesetzt hat. Zuletzt ging die Polizei von vier Mitteln aus.

Wann wird Högel erneut vor Gericht gestellt?

Die Staatsanwaltschaft will am Montag Details zum weiteren Verfahrensablauf bekannt geben. Ziel war bislang, noch in diesem Jahr Anklage gegen Högel zu erheben. Ein Prozess würde dann voraussichtlich 2018 folgen.

Ist der Fall Högel damit abgeschlossen

„Wir werden nie alles wissen“ – das haben Polizeichef Johann Kühme und Soko-Leiter Arne Schmidt immer wieder betont. Im Fall Högel gibt es ein großes Dunkelfeld: Viele Medikamentenreste sind in den Leichen nicht mehr nachweisbar, eine große Zahl an Leichen konnte zudem gar nicht untersucht werden. 101 Patienten aus Delmenhorst, die während Högels Dienstzeit verstorben sind, wurden nämlich feuerbestattet.

Aus polizeilicher Sicht sind die Ermittlungen abgeschlossen. Aber angenommen, Högel würde eines Tages gestehen, weitere Mord-Mittel eingesetzt zu haben: Dann könnte es auch neue Ermittlungen geben. „Man kann in diesem Fall nichts ausschließen“, sagte Polizeichef Kühme einmal.


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Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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