OLDENBURG - Passend an seinem Geburtstag erhielt der Oldenburger Fabian Meier, ehemaliger Zivildienstleistender im Rettungsdienst beim Ortsverband der Johanniter-Unfall-Hilfe, eine gute Nachricht. Dem Empfänger der Stammzellen, die Fabian Meier gespendet hatte, gehe es gut, er wurde aus der stationären Behandlung entlassen. „Das war mein schönstes Geschenk“, erzählt der angehende Mechatroniker für Nutzfahrzeuge. Im April 2007 hatte er sich mit anderen Johannitern bei der Deutschen Knochenmarkspender-Datei typisieren lassen.
Der Anlass war traurig. Einer seiner Freunde, der 17-jährige Mike Schnase aus Oldenburg, war an Leukämie erkrankt (NWZ
berichtete). Natürlich wollte auch Fabian helfen und ließ sich typisieren. Sein Blutprofil passte zwar nicht auf seinen Freund, dafür aber auf einen 64 Jahre alten Mann aus Schweden. „Etwa ein halbes Jahr nach der Typisierung kam ein erster Brief, aber in diesem Fall gab es noch einen anderen Spender, der besser geeignet war“, erzählt er. Ende 2009 dann die Nachricht aus Schweden. „Danach ging alles sehr schnell.“ Bei der peripheren Stammzellenspende wurden die Zellen wie bei einer Dialyse aus Fabians Blut ausgewaschen, während das Blut eine Zentrifuge durchlief. „Eigentlich war das sehr einfach. Ich lag ganz entspannt da und habe vor mich hingedöst.“Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Die Stammzellenspende ist für viele die einzige Überlebenschance, doch die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, kann bei eins zu mehreren Millionen liegen. Daher ist es notwendig, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen, damit sie wie der Schwede gerettet werden können.
Fabian Meiers Freund Mike, den er von Schule und Angelverein her kannte, hatte nicht so viel Glück. Für ihn fand sich zwar ein Spender, doch die Krankheit war stärker. Vor einigen Wochen starb er an seiner Krankheit. „Als wir davon erfuhren, wurde uns mal wieder bewusst, wie unendlich nah der Tod plötzlich ist“, erzählt Fabian Meier. „Mike war so erschreckend jung.“ Auch wenn er ihm nicht helfen konnte, ist er froh, dass er sich typisieren ließ. „Damit habe ich einem anderen Menschen das Leben gerettet. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“ Mit Fabian Meier hat in diesem Jahr bereits der zweite Johanniter aus Oldenburg mit einer Stammzellenspende ein Leben retten können. Im April hatte Olimpia Paskiewitz einem achtjährigen Mädchen in Spanien ihre Stammzellen gespendet.
