Oldenburg - Auch dreieinhalb Tage nach der schweren Bluttat in der Bergstraße, bei der ein 17-jähriger Oldenburger lebensgefährlich durch einen tiefen Messerstich verletzt wurde, gibt es bis auf eine sehr detaillierte Phantomzeichnung noch keine weiteren verwertbaren Erkenntnisse zum Täter.

Am Dienstagmorgen hatten Polizeitaucher der Technischen Einsatzeinheit deshalb das Gelände rund um die Hausbäke – zwischen Altem Gymnasium und Theater – und auch darin überprüft. Zwar gibt es keine tatsächlichen Hinweise darauf, dass der Täter sein blutverschmiertes Messer hier entsorgt haben könnte, dennoch wollen die Ermittler alle Eventualitäten ausschließen.

Polizeitaucher suchen nach Tatwaffe rund um die Hausbäke

Drei Taucher waren am Dienstagvormittag für die Polizei im Einsatz. Die Hausbäke ist rund einen halben Meter tief, sprich: Die Männer mussten sich in der dunklen Brühe blind über den Boden vorantasten. Weil dieses Gewässer nur eine leichte Strömung aufweist, müsste ein Gegenstand wie eben das gesuchte Messer auch an Ort und Stelle liegen bleiben.

Flaschen, Autokennzeichen, Radkappen - vieles hatten die Polizeitaucher im rund 3 Grad kalten Wasser finden können. Ein Messer war offenbar nicht darunter. Weil die Handschuhe aus schnittfestem Kevlar bestehen, wären die Hände der Taucher also im Fall eines entsprechenden Fundes geschützt gewesen.

MULTIMEDIA-REPORTAGE: Die Arbeit der Oldenburger Polizeitaucher

Der Täter – Vollbart, etwa 25 bis 35 Jahre alt, mit Strickmütze und schwarzem Mantel bekleidet, er sprach akzentfreies Hochdeutsch – war nach der Attacke wie berichtet in Richtung Theaterwall geflüchtet, hätte also eben diesen Weg zwischen AGO und Theater nehmen, sein Messer dort in der Hausbäke entsorgen können. Aus gleichem Grund wurden kurz darauf auch Kollegen der Bereitschaftspolizei eingesetzt – sie durchsuchten Büsche und Wegesränder links und rechts des Theaterwalls, der Roonstraße und weitere Stellen seines wahrscheinlichen Fluchtweges.

Wer kennt diesen Mann? Phantomzeichnung der Polizei Oldenburg.

Wer kennt diesen Mann? Phantomzeichnung der Polizei Oldenburg.

Derweil bleibt der Zustand des 17-jährigen Opfers kritisch – bei dem tiefen Stich in den unteren Rückenbereich wurden Organe verletzt.

Der junge Mann war am Freitagabend mit zwei Freunden in der Bergstraße unterwegs, bis das Trio gegen 22 Uhr zufällig auf den unbekannten Täter traf und es sich aus noch unbekannten Gründen ein Streit entwickelte. Letzterer verfolgte darauf das Trio, stach einmal mit einer offenbar langen Klinge auf den 17-Jährigen ein und flüchtete dann.

Wie geht es nun also weiter? Noch hoffen die Ermittler darauf, dass weitere Zeugen in der Nacht zu Samstag etwas gesehen haben könnten, was sie bei der Suche nach dem Täter voranbringen könnte. Das Phantombild sei da ein guter Ansatz, heißt es. Ein weiterer seien die Umstände, unter denen es zwischen Täter und Opfer zum Streit gekommen war – die Polizei hält hier aber noch weitere Informationen zurück, die später möglicherweise bei der Ermittlung des Täters helfen könnten.

Zeugen, die Hinweise auf den Täter oder das versuchte Tötungsdelikt geben können, melden sich unter Tel. 0441/790 41 15.