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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Eltern dürfen Oma und Opa von Enkelkind fernhalten

15.12.2017

Oldenburg /Moormerland Die Beziehung zwischen Enkeln und Großeltern ist häufig etwas ganz Besonderes. Dennoch besteht kein unbedingtes Recht der Großeltern auf Umgang. Kommt es hierüber zu Streit mit den Kindeseltern, kann eine Entscheidung des Familiengerichts erforderlich sein. Über einen solchen Fall hat jetzt das Oberlandesgericht Oldenburg in zweiter Instanz entschieden.

Ein Ehepaar aus Moormerland im Kreis Leer verlangte regelmäßigen Umgang mit seinem siebenjährigen Enkel. Sie hatten sich mit ihrer Tochter, der Mutter des Kindes, überworfen und ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen, sie würden ihr nicht noch einmal verzeihen. Wenn sie ihren Enkel wiedersähen, würden sie ihm „die Wahrheit“ sagen. Die Großeltern lehnten es auch ab, den Enkel nur im Haushalt der Mutter in deren Anwesenheit zu besuchen. Sie strebten ausdrücklich einen Umgang mit dem Kind allein an.

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Das Amtsgericht Leer lehnte ein Umgangsrecht der Großeltern ab, was das Oberlandesgericht jetzt bestätigt hat. Großeltern hätten nur dann ein Umgangsrecht, wenn dies dem Wohl des Kindes diene, also seiner Entwicklung förderlich sei. Etwas anderes gelte, wenn das Kind aufgrund der Zerrüttung des persönlichen Verhältnisses zwischen den Großeltern und den Eltern in einen Loyalitätskonflikt geraten könne. Dies sei hier angesichts der kompromisslosen Haltung der Großeltern gegenüber der Mutter des Kindes zu befürchten.

Es komme auch nicht darauf an, welche Seite den Konflikt verschuldet habe, da es allein um das Kindeswohl gehe. Im Übrigen habe sich die Kindesmutter im vorliegenden Falle durchaus konstruktiv gezeigt und einen Umgang in ihrem Haushalt angeboten.

Die Großeltern seien dagegen nicht bereit, den Erziehungsvorrang der Kindesmutter für den Enkel zu akzeptieren und zweifelten ihre Erziehungsfähigkeit an.

Vor diesem Hintergrund könne nicht festgestellt werden, dass ein Recht der Großeltern auf unbegleiteten Umgang dem Kindeswohl förderlich sei. Der Antrag der Großeltern war daher abzulehnen, so der Senat (Oberlandesgericht Oldenburg, Aktenzeichen 3 UF 120/17, Beschluss vom 23.10.2017).

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