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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizei durchsucht Klinikum Oldenburg

17.05.2018

Oldenburg Im Fall des Serienmörders Niels Högel hat die Polizei am Mittwoch die Diensträume und die Privatwohnung eines Mitarbeiters des Klinikums Oldenburgs durchsucht. Der Mann soll nach Informationen der NWZ bereits 2001 als Leiter der herzchirurgischen Intensivstation 211 eine Strichliste geführt haben, mit der die auffällig hohe Beteiligung des Pflegers Högel an Reanimationen und Sterbefällen dokumentiert wurde. Gegen den ehemaligen Stationsleiter wird jetzt wegen des Verdachts des Totschlags durch Unterlassen ermittelt.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel soll im Klinikum Oldenburg in den Jahren 2000 bis 2002 mindestens 35 Patienten mit Medikamenten getötet haben. Weitere 69 Menschen soll er nach seinem Wechsel ans Klinikum Delmenhorst ermordet haben. 2005 wurde er von einer Kollegin auf frischer Tat ertappt.

Nach Informationen der NWZ ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft aktuell gegen fünf ehemalige Högel-Kollegen aus Oldenburg. Neben dem damaligen Leiter der Station 211, der heute im Klinikum als Bereichsleiter tätig ist, sind das im Einzelnen:

 Der damalige Chefarzt der Herzchirurgie. Er soll frühzeitig Verdacht gegen Högel gehegt und Kollegen und Klinikleitung darüber informiert haben. Ende 2001 sorgte er dafür, dass Högel in die Anästhesie wechselte. Der Chefarzt arbeitet seit 2014 in gleicher Position in Graz.

Der Chefarzt  der Anästhesie. Er soll Högel im August 2002 nahegelegt haben, das Klinikum zu verlassen; außerdem soll er ihm ein gutes Zeugnis in Aussicht gestellt haben. Der Chefarzt arbeitet im Klinikum Oldenburg.

Die damalige Pflegedirektorin. Sie soll das gute Arbeitszeugnis für  Högel geschrieben haben, mit dem er sich anschließend in Delmenhorst bewerben konnte. Die Pflegedirektorin ging 2007 in den Ruhestand.

Der  damalige Geschäftsführer des Klinikums. Er soll frühzeitig von dem Verdacht gegen Högel gewusst haben. Seit 2013 leitet er das Klinikum Dortmund.

Auf Nachfrage der NWZ erklärte die Polizei, bei der Durchsuchung am Mittwochmorgen seien „Unterlagen und Speichermedien“ sichergestellt worden.

Wegen des Vorwurfs Totschlag durch Unterlassen haben Polizei und Staatsanwaltschaft auch gegen ehemalige Högel-Kollegen im Klinikum Delmenhorst ermittelt. Gegen zwei Ärzte und zwei Stationsleitungen hat das Landgericht Oldenburg inzwischen das Hauptverfahren eröffnet. Bis es zum Prozess kommt, wird es allerdings noch dauern: Zunächst soll sich Högel selbst vor Gericht verantworten. Ihm soll ab Oktober 2018 wegen Mordes in 98 Fällen der Prozess gemacht werden.

Lesen Sie hier ein umfangreiches Multimedia-Dossier zum Fall Högel:

Lesen Sie auch:
> Klinikum versucht Wende mit „Kurskorrektur 2018“ (NWZ vom 9. April 2018)

> Niels Högel muss Klinikum Oldenburg 47.000 Euro zahlen (NWZ vom 21. April 2018)


Die Hintergründe zum Fall:   www.nwzonline.de/der-fall-hoegel 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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