Oldenburg - Über 160 frei zugängliche Defibrillatoren gibt es im Oldenburger Stadtgebiet. Für Hilfe, wenn es auf Sekunden ankommt. Von jeder Person einfach zu bedienen und im Notfall von höchstem Wert für Betroffene wie für Retter, soll ein solches medizinisches Gerät am Samstagabend – wohl zwischen 18 und 22.50 Uhr – allerdings aus dem Vorraum der LzO-Filiale in der Lange Straße entwendet worden sein, wie ein aufmerksamer Rettungsdienstler es der Polizei gemeldet hatte.

„Können wir nicht bestätigen“, hieß es da indes von Seiten der Johanniter, die sich bei diesem wie zahlreichen anderen Defibrillatoren um die Wartung kümmern. „Seit August schon gibt es dort kein Gerät mehr“, sagte Ausbildungsleiterin Sonja Stolle auf NWZ-Nachfrage mit Verweis auf entsprechend laufende Gespräche über eine Neuanschaffung. Wie es also am Samstag zur Anzeige kam, war tags drauf noch ungewiss, die LzO am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Spätestens an diesem Montag aber dürfte sich der wahre Sachverhalt rasch aufklären lassen.

Defibrillatoren

Elektroschocks können Kammerflimmern und schwerwiegende Herzrhythmusstörungen unterbrechen – wenn der Defibrillator rechtzeitig eingesetzt wird.

Die Defis sind nach dem Einschalten selbsterklärend. Über Sprachausgabe oder Monitor werden Anweisungen gegeben.

Notruf nötig: Im Notfall sollte vor der Benutzung des Defis unbedingt der Notruf 112 abgesetzt werden.

Eine Liste mit allen Defi-Standorten in Oldenburg:

Nichtsdestotrotz sind Rückmeldungen aus der Bevölkerung über zerstörte oder plötzlich fehlende Defibrillatoren bei den jeweiligen Betreibern hilfreich und nötig. Schließlich sind alle Standorte bei der Großleitstelle hinterlegt. Tritt der Notfall ein, werden Anrufer von den Mitarbeitern zu den nächstgelegenen Defis geführt und durch die Wiederbelebung geleitet. Ist der Defi allerdings unbrauchbar, gehen so (über-)lebenswichtige Minuten bei der Rettung verloren. Gleiches gilt für Rettungs-Apps wie „corhelp3r“ auf dem Smartphone, die über Daten und Navigationsmöglichkeiten verfügen.

Vor vier Jahren gab es in Oldenburg eine Mini-Serie von Defi-Diebstahldelikten, vor etwa einem Jahr wurden Hamburg und andere norddeutsche Städte heimgesucht. Mal wieder. Versuche, diese rund 1000 bis 2000 Euro teuren Geräte zu „versilbern“, dürften indes von nicht allzu großem Erfolg gekrönt sein – zumindest nicht in Deutschland. „Die Geräte besitzen eine Kennnummer“, sagt Stefan Greiber von den Johannitern, „wenn sie eingesetzt werden, kann deren Code im Krankenhaus ausgelesen und entsprechend zugeordnet werden.“ Auf Schwarzmärkten im Ausland sollen diese mit Batterien ausgestatteten Geräte hingegen mehrere hundert Euro bringen, heißt es. Meist werden Defis von gemeinnützigen Organisationen oder Firmen gespendet und angebracht – für die Allgemeinheit. „Um so verwerflicher ist der Diebstahl eines solchen Gerätes“, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Und das gilt unabhängig vom tatsächlichen Geschehen in der Lange Straße. „Eigentlich sind Sparkassen und Banken die besten Plätze für diese Geräte“, so Rettungsdienstleiter Stefan Thate, „im Notfall sind diese rund um die Uhr zugänglich.“

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