OLDENBURG - „Einstein“ hat die Ermittler nicht weitergebracht: Der Brandmittel-Spürhund mit dem Namen des berühmten Physikers schnüffelte am Freitagmittag etwa 15 Minuten lang in der Ruine des Ofenerdieker Lokals Pavillon. Spuren von Benzin, Spiritus, Universalverdünnung oder anderen Brandbeschleunigern spürte der Belgische Schäferhund aber nicht auf.
„Das hat nichts zu sagen. Auch mit Papier kann man leicht ein Feuer entfachen“, sagt der zuständige Ermittler Reinhard Schölzel, der davon überzeugt ist, dass Brandstifter die Pizzeria der iranischen Inhaber-Familie in der Nacht zu Donnerstag anzündeten. Durch das Feuer wurde das Lokal zerstört. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf 400 000 Euro (NWZ berichtete).
Die Polizei vermutet, dass Einbrecher den Brand legten, weil sie Spuren verwischen wollten oder sich darüber ärgerten, dass sie keine Beute machten. Dass Schutzgelderpressung oder andere Umtriebe der Mafia eine Rolle spielen könnten, glaubt die Polizei nicht. „Wir haben keine Hinweise auf organisierte Kriminalität“, sagt Polizeisprecher Sascha Weiß.
Neue Erkenntnisse hatten sich die Ermittler durch den Einsatz von „Einstein“ erhofft. Der fünf Jahre alte Rüde des Delmenhorster Kommissars Michael Tholen ist der einzige Brandmittel-Spürhund der Polizeidirektor Oldenburg. Über seinen Spieltrieb wurden „Einstein“ Geruchsstoffe wie Benzin antrainiert. Wenn er an einem erkalteten Brandort Spuren brennbarer Flüssigkeiten aufgespürt, bellt er laut. „Danach spiele ich mit ihm zur Belohnung“, sagt Tholen. Für den sicheren Nachweis eines brennbaren Stoffes sei aber immer eine Analyse durch ein Labor notwendig.
