OLDENBURG - Eine Woche nach ihrer Festnahme hat die Mutter des kleinen Markus Kern, die ihren Sohn am 19. August 1981 ermordet haben soll, ihr Schweigen noch nicht gebrochen. Die 48-Jährige verweigere weiterhin die Aussage, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.
Wie berichtet, hatten die Ermittler die mutmaßliche Mörderin erst 26 Jahre nach der Tat in der Kleinstadt Trossingen in der Nähe des Schwarzwaldes fassen können. Ausschlaggebend dafür war die Aussage einer damalige Spielkameradin des Jungen, die mitangesehen haben will, wie die Mutter ihren Sohn mit einer Strumpfhose erdrosselte. Erst jetzt hatte die 35-Jährige, die laut Presseberichten zurzeit in Haft sitzt, sich der Polizei offenbart. Man habe keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau, heißt es.
In Verdacht geraten war die Mutter des Vierjährigen schon damals, weil sich Faserspuren aus ihrer Wohnung an der Strumpfhose befanden. Dieses Beweismittel ist laut Polizei schon seit Jahren verschwunden. 1981 war jedoch ein Gerichtsmediziner fest davon überzeugt, dass der Junge erst am Abend gestorben war. Zu dieser Zeit aber suchten Vater und Mutter zusammen mit Polizisten nach dem Kind und hatten damit ein Alibi. Heute gehen die Ermittler davon aus, dass der Junge schon mittags starb.
Wie bereits Experten in der NWZ äußerten, sagte der Leiter des rechtsmedizinischen Instituts der Berliner Charité, Michael Tsokos, dem „Focus“, der Gutachter habe auch nach damaligen Standards „unprofessionell gearbeitet“.
