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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Nach Hasskommentar im Netz verurteilt

24.08.2017

Oldenburg Sechs Monate auf Bewährung und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit: Das ist die Strafe, die das Oldenburger Amtsgericht jetzt gegen einen 41-jährigen Oldenburger verhängt hat.

Das Gericht hat ihn der Volksverhetzung schuldig gesprochen. Die Nordwest-Zeitung hatte den Mann zuvor angezeigt. Und das ist der Fall: Die NWZ berichtete am 25. Mai 2016 in ihrer Onlineausgabe über den damals vierjährigen Eden aus Mülheim an der Ruhr (NRW), teilte die Geschichte auch bei Facebook.

Kommentar: Deshalb haben wir Anzeige erstattet

Der schwarze Junge war aus einem Fenster gefallen und vor dem Aufschlagen auf dem Gehweg von einem Müllmann aufgefangen worden. Die Geschichte rührte viele Menschen in der gesamten Republik. Ein Foto des Retters und des Jungen ging durch viele Zeitungen. Auch die NWZ druckte das Bild ab.

Der 41-jährige nun verurteilte Internetleser kommentierte die Rettung des Jungen dergestalt, dass der Müllmann ihn wohl besser wie Abfall behandelt und entsorgt hätte. Nachdem die Redaktion diesen Kommentar gelesen und gesichert hatte, erstattete sie Anzeige wegen Volksverhetzung und löschte den Beitrag schließlich.

Vor dem Oldenburger Amtsgericht hat der Mann die Tat jetzt gestanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann Rechtsmittel einlegen. Die NWZ hat den Mann zudem von der Diskussion auf allen ihren Web-Auftritten ausgeschlossen.

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