OLDENBURG - Alkohol ist auch am Schiffsruder kein Kavaliersdelikt. Gerade zur Ferienzeit herrsche häufig Partystimmung an Bord von Sportbooten, sagt Mario Metz vom Wasserschutzpolizeiamt in Oldenburg. Fahren unter Alkohol sei jedoch wie im Straßenverkehr ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille gar eine Straftat.

„Viele Trunkenheitsfahrten gehen zwar folgenlos aus. Wenn man erwischt wird oder bei Unfällen kann es aber richtig teuer werden“, warnt Metz. Manche Fälle verliefen auch tragisch, wie etwa das Bootsunglück mit drei Toten Ende April im ostfriesischen Moormerland. Bei dem Unfall war das mit elf Menschen überladene Boot gekentert. Der 57 Jahre alte Bootsbesitzer, sein vier Jahre alter Enkel und ein Säugling starben. Alle Erwachsenen hatten Alkohol getrunken.

„Derartige Unfälle sind zwar die Ausnahme, zeigen aber, wie gefährlich die Folgen von Alkoholfahrten sein können“, sagt Metz. Die Wasserschutzpolizei mache daher regelmäßig Kontrollen. Gibt es hierbei Anhaltspunkte dafür, dass der Bootsführer Alkohol konsumiert hat, so folgt – wie im Straßenverkehr – eine Atemalkoholüberprüfung oder Blutentnahme. Je nach Schwere des Einzelfalles können die Behörden Geldstrafen zwischen 300 und 2000 Euro verhängen, die Patente einziehen oder Fahrverbote aussprechen.

Im vergangenen Jahr registrierten die Wasserschutzpolizisten in Niedersachsen bei Schiffsführern von Sportbooten, Binnen- und Seeschiffen neun Alkoholfahrten. Davon verliefen fünf folgenlos, in vier Fällen kam es zu Unfällen. Im Jahr 2006 gab es 24 Trunkenheitsfahrten. „Die relativ geringe Zahl von Unfällen unter Alkoholeinfluss deutet darauf hin, dass die Dunkelziffer nicht so hoch liegt“, vermutet Metz.

Die Wasserschutzpolizisten gehen nach Angaben von Metz auch international im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes „Aquapol“ gegen Alkohol am Ruder vor. Bei einer Aktion vom Schwarzen Meer bis zur Nordsee hätten Beamte aus zwölf europäischen Ländern 2129 Schiffe kontrolliert und davon bei gut drei Prozent Alkoholverstöße festgestellt.

www.aquapol-police.com