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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Hätte Högel schon 2002 gestoppt werden müssen?

14.04.2018

Oldenburg Im Fall des wegen Mordes verurteilten Pflegers Niels Högel ist es einem „Spiegel“-Bericht zufolge zu schweren Versäumnissen im städtischen Klinikum Oldenburg gekommen. Mehrere Klinik-Vertreter seien über den Verdacht gegen den Pfleger bereits 2002 informiert gewesen, berichtet das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf mehrere Dokumente aus dem Ermittlungsverfahren. Sie hätten sich aber dagegen entschieden, die Ermittlungsbehörden einzuschalten.

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Niels Högel hatte Patienten Medikamente gespritzt, um absichtlich lebensbedrohliche Herzprobleme bis hin zum Herzflimmern auszulösen. Anschließend versuchte er seine Opfer zu reanimieren, um als Held zu erscheinen. Für sechs Taten verbüßt er seit 2006 eine lebenslange Haftstrafe. Ab Oktober muss sich der Ex-Krankenpfleger wegen der mutmaßlich größten Mordserie im Nachkriegsdeutschland erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 97 weitere Morde an Patienten in Oldenburg und Delmenhorst vor (Az: 5Ks 1/18).

Neben dem Geschäftsführer und dem Personalchef des Oldenburger Klinikums sei auch der Betriebsrat bereits 2002 mit dem Fall Niels H. befasst gewesen - rund zweieinhalb Jahre, bevor die Morde aufflogen, berichtet der „Spiegel“. Das Magazin bezieht sich unter anderem auf einen handschriftlichen Vermerk des damaligen Leiters der kardiologischen Intensivstation. Dieser habe darin über ein Treffen mit dem Geschäftsführer, dem Personalchef, dem Chefarzt der Station sowie der Pflegedienstleitung berichtet, in dem es um H. gegangen sei.

Multimedia-Reportage: Der Fall Niels Högel

Die Runde habe die Frage erörtert, ob die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden müsse. Doch die Verantwortlichen entschieden sich laut „Spiegel“ dagegen: Allein aufgrund von Verdachtsmomenten und möglichen Zufällen dürften die Abteilung und das Klinikum nicht gefährdet werden, habe es geheißen.

Als Niels H. 2002 auf Drängen der Klinik-Leitung das Krankenhaus verließ, habe auch der Betriebsrat mitdiskutiert. Laut „Spiegel“ bestand schon der Verdacht, dass H. viele Notfälle selbst herbeiführte. Der Betriebsrat wandte ein, es könne sich um ein Versehen handeln. Der Geschäftsführer soll geantwortet haben, er halte dies für nahezu ausgeschlossen. H. wechselte schließlich ins Klinikum Delmenhorst, wo er im Juni 2005 auf frischer Tat ertappt wurde, als er die Spritzenpumpe eines Patienten manipulierte.

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