OLDENBURG - EHEC-Alarm in Oldenburg: Vier Verdachtsfälle auf die gefährliche Darmbakterien-Infektion hat das städtische Gesundheitsamt am Dienstagmittag gemeldet. Bei den Patienten handelt es sich nach Angaben der Stadt um zwei Ehepaare, ein älteres und eines im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Derzeit liegen sie mit Durchfallerkrankung in einem Oldenburger Krankenhaus.

Es gehe den vier Patienten den Umständen entsprechend gut, erklärte Annika Milz vom Pressebüro der Stadt. Die Patienten müssten derzeit noch nicht auf der Intensivstation behandelt werden.

Ob es sich in diesen vier Fällen wirklich um den EHEC-Erreger handelt, sollen die Auswertungen umfangreicher Tests ergeben. Das Ergebnis wird für diesem Mittwoch erwartet, teilt Milz mit.

Bei zwei weiteren Patienten bestätigte sich der Anfangs-Verdacht auf EHEC jedoch nicht. Die beiden waren mit Durchfall ins Pius-Hospital eingeliefert worden. Der Erreger sei aber nicht festgestellt worden, bestätigte Anne-Kathrin Ammermann von der Pressestelle des Pius-Hospitals.

Die drei Oldenburger Krankenhäuser bereiten sich derweil auf die Seuche vor: Der Leiter des gemeinsamen Institutes für Krankenhaushygiene, Dr. Jörg Herrmann, hat die Notaufnahmen besucht und die Mitarbeiter auf den neusten Informationsstand gebracht.

Eine EHEC-Infektion zu erkennen, ist schwierig: Das Krankheitsbild umfasse eine breite Palette, erklärt Herrmann. Diese reicht von einer einfachen Durchfallerkrankung bis zu stärkeren Verläufen mit blutigem Stuhlgang, die im Ernstfall zu einer Darmentzündung und Nierenversagen führen können.

Die EHEC-Bakterien kommen im Darm von Wiederkäuern vor und werden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Sie können durch Kontakt oder die Nahrungsaufnahme vom Tier auf den Menschen übertragen werden und Krankheiten auslösen.

Wo genau der Infektionsherd liegt, ist noch immer unbekannt: Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hat nach Auskunft der Stadtverwaltung bereits die vier Verdachtsfälle besucht. Sie fragte die Patienten, was sie in den vergangenen Tagen gegessen haben.

Diese Informationen werden vom Robert-Koch-Institut gesammelt und ausgewertet. Die üblichen Überträgerprodukte Fleisch und Milch spielen diesmal anscheinend keine Rolle. Derzeit wird Gemüse, das mit verseuchter Gülle besprüht wurde, als Ursache vermutet.

Um eine EHEC-Infektion zu vermeiden, empfiehlt Herrmann „klassische Küchenhygiene“: Händewaschen vor und nach jedem Kontakt mit Lebensmitteln und eine gute Kühllagerung.

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin