OLDENBURG - Ein Brand, ein schwerer Verkehrsunfall, ein Verletzer im Wasser: Es klingt nach einem schrecklichen Tag, doch glücklicherweise waren alle diese Unglücksfälle nur nachgestellt. Die Freiwilligen Feuerwehren waren am Sonnabend in der ganzen Stadt unterwegs, um sich miteinander im Wettkampf zu messen. Die Helfer wurden dabei auf harte Proben gestellt.

„Es sind schon einige schwierige Aufgaben dabei“, meinte Lars Diepenbrock, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Osternburg, schon zu Beginn. Seine Wache war in diesem Jahr Ausrichter. Die Gruppenführer hatten Vorschläge für die Übungen eingereicht, von denen fünf umgesetzt wurden.

Die Ortswehren Ofenerdiek, Stadtmitte, Eversten und Haarentor (Ohmstede musste kurzfristig absagen) stellten sich diesen Aufgaben. Jeweils neun Frauen und Männer rückten zu den Einsätzen aus. Dazu gesellten sich weitere Kollegen, auch aus den Jugendfeuerwehren, die zusahen und lernten.

Einer der fiktiven Notfälle führte die Feuerwehrleute in eine Fleischwarenfabrik im Gewerbegebiet Tweelbäke. Dort hatte sich ein Arbeiter zwischen den Maschinen am Wasserdampf schwer verbrannt. Der Verletzte musste im Halbdunkel der unübersichtlichen Fabrik zunächst einmal gefunden werden. Doch damit nicht genug der Schwierigkeiten: Als der Trupp den Bewusstlosen (in diesem Fall eine Puppe) erreichte, wies der Punktrichter, der den Einsatz bewertete, einen der Feuerwehrleute plötzlich darauf hin, dass er nun keine Luft mehr zu bekommen habe – der Retter wurde selbst zum Opfer, darauf musste richtig reagiert werden.

Eine andere Übung führte die Helfer zu einer Lagerhalle in Tweelbäke. Dort, bei einem Gabelstaplerunfall, floss sogar Blut – aber natürlich kein echtes. Freiwillige des Roten Kreuzes hatten sich ziemlich real wirkende Verletzungen angeschminkt. „Man kann zum Beispiel mit Wachs Wunden formen und dann färben“, erklärte Joshua Davis Brand. Manuela Richter irrte daher, sobald der Feuerwehrwagen auftauchte, mit einer Kopfwunde orientierungslos durch die Gegend. „Ich wurde dann aber immer gut versorgt“, berichtete sie.

Den härtesten Job aber hatte wohl derjenige, der das Opfer am Wasserwerk an der Hunte spielte. Dieser Darsteller fiel nämlich laut Drehbuch ins Wasser und musste verletzt ausharren, bis ihn die Feuerwehr aus dem Fluss zog.

Weitere Aufgaben für die Ortswehren waren ein Lasterunfall mit einem Radfahrer an der Eidechsenstraße sowie ein Brand im Verpflegungsamt der Bundeswehr am Gasweg.

Die Erste Stadträtin Silke Meyn hatte bereits zur Eröffnung der Übung ein großes Lob ausgesprochen, dass die Feuerwehrleute sich diesen Aufgaben stellten. Zurecht, denn für die Männer und Frauen war es ein harter Tag mit fünf Einsätzen hintereinander. Und einem Sieger: Die Freiwillige Feuerwehr Haarentor gewann den Wettbewerb hauchdünn vor der Ortswehr Stadtmitte. Platz drei belegte Ofenerdiek vor Eversten.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)