OLDENBURG - Was in der Zelle zwischen dem mutmaßlichen Holzklotz-Attentäter Nikolai H. und seinem Nachbarn gesprochen wurde, weiß niemand genau. Möglicherweise war es für den am Dienstag, 4. November, beginnenden Mordprozess aber von großer Bedeutung. Dies wäre eine Erklärung, warum die Verhandlung gegen H.s Mitgefangenen vor dem Amtsgericht Wildeshausen unter höchster Sicherheitsstufe stattfand. Der Holländer, der 800 Kilogramm der Kaudroge Kath geschmuggelt hatte, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.
Augenfällig bei dem Prozess waren die strengen Sicherheitsvorkehrungen: Zuhörer mussten sich einer Leibesvisitation unterziehen und konnten nur durch eine Sicherheitsschleuse den Saal betreten. Wie ein Sprecher des Wildeshauser Amtsgerichts am Freitag bestätigte, sei der Grund dafür, dass der Mann im Oldenburger Gefängnis mit dem mutmaßlichen Holzklotz-Attentäter zusammen auf einer Zelle gelegen hatte.
Kursierende Gerüchte, dass Nikolai H. gegenüber dem Mitgefangenen die Tat erneut zugegeben haben soll, hielten weder die Oldenburger Staatsanwaltschaft noch H.s Bremer Verteidiger Matthias B. Koch für glaubwürdig.
Sein Mandant habe ihm gegenüber erklärt, unschuldig zu sein, sagte Koch.
Ungewöhnlich ist aber auch, dass der Mitgefangene von H. noch vor seinem Prozess in Wildeshausen in ein anderes Gefängnis verlegt worden war.
H. selbst muss sich ab Dienstag wegen heimtückischen Mordes vor der Schwurgerichtskammer verantworten. Der 30-Jährige soll am Ostersonntag einen Holzklotz von der Brücke Butjadinger Straße auf die A 29 geworfen haben. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos und tötete die Beifahrerin.
Nach seiner Festnahme am 21. Mai hatte H. gegenüber der Polizei den Holzklotz-Anschlag gestanden. Wochen später widerrief er.
Ein Spezial zum Holzklotz-Anschlag unter www.NWZonline.de/holzklotz-anschlag
NWZ TVzeigt einen Bericht dazu unter www.NWZonline.de/nwztv
