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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Medizin: So sollen Rettungsdienste entlastet werden

13.03.2018

Oldenburger Land Es ist eine Grauzone. Im Notfall können Menschen nicht immer einschätzen, ob ein Rettungsdienst wirklich nötig wäre. Sie stehen unter Stress, haben Angst, wollen das Beste für ihre Angehörigen. Deshalb wird der Rettungsdienst im Oldenburger Land wie auch anderswo häufiger gerufen, als es sein müsste. Ebenso wie die Notaufnahmen in den Kliniken sehen sie sich darum einer steigenden Belastung ausgesetzt. Die Erkenntnis: Bei einem Großteil von Einsätzen ist eine notfallmedizinische Versorgung durch den Rettungsdienst gar nicht erforderlich, weil die Situationen nicht lebensbedrohlich sind. Es fehlt also an einer Alternative, die Patienten in dieser Situation professionell unterstützt.

Zweijährige Probephase

Diese Aufgabe könnten künftig so genannte Gemeindenotfallsanitäter übernehmen. Wie sie arbeiten und was ihre Aufgaben sein könnten hat eine Regionale Projektgruppe erarbeitet, der die Berufsfeuerwehr der Stadt Oldenburg, das Deutsche Rote Kreuz Cloppenburg, der Malteser Hilfsdienst Oldenburg und Vechta und der Rettungsdienst Ammerland angehören. Nun wird das Konzept in einer zweijährigen Erprobungsphase getestet.

Eine wichtige Anforderung war, dass die Hilfe für den Bürger weiterhin aus einer Hand, also durch den Rettungsdienst organisiert und durch die Rettungsleitstelle eingesetzt wird. Damit bleibt sichergestellt, dass auch bei akuten Krankheitsbildern die Rettungskette ohne Verzögerungen funktioniert.

Nach zweijähriger Planungs- und Entwicklungsphase geht es nun in die Umsetzungsphase. Finanziert wird das Projekt durch die Krankenkassen.

Bereits nach den Sommerferien werden die ersten zukünftigen Gemeindenotfallsanitäter beginnen, sich intensiv auf ihr neues Aufgabengebiet vorzubereiten. Hierzu arbeiten das Malteser Schulungszentrum Nellinghof und die Rettungsdienstschule der Berufsfeuerwehr Oldenburg eng zusammen.

Neben einer fundierten schulischen Ausbildung ist auch ein umfangreiches praktisches Training in verschiedenen Bereichen der Versorgung von kranken Menschen vorgesehen. Zur Unterstützung in der Einsatzsituation kann der Gemeindenotfallsanitäter auch auf telemedizinische Unterstützung aus dem Klinikum Oldenburg zurückgreifen.

Die Rettungsleitstelle setzt den Gemeindenotfallsanitäter bei einem unklaren Hilfeersuchen unterhalb der Notfallschwelle als medizinische Fachkraft vor Ort ein, damit sie sich in klares Bild verschaffen kann.

Arbeitsteilung

Vor Ort leistet der Gemeindenotfallsanitäter direkte Hilfestellung und greift bei Bedarf auf das Netzwerk der ambulanten Versorgung zurück. So wird es zukünftig nicht mehr erforderlich sein, bei niederschwelligen Einsätzen direkt einen Rettungswagen zu schicken.

Das Projekt wird in der zweijährigen praktischen Erprobungsphase durch die Universitäten Oldenburg und Maastricht sowie das Klinikum Oldenburg wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Die niedersächsischen Krankenkassen und die beteiligten Rettungsdienste erwarten voraussichtlich durch das Projekt eine deutliche Reduzierung unnötiger Einsätze in der Notfallrettung und gesteigerte Kapazitäten für Einsätze in lebensbedrohlichen Notfällen.

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