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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Zu mehr als 13 000 Einsätzen ausgerückt

21.12.2018

Oldenburger Land Im vergangenen Jahr hatten die Feuerwehren im Oldenburger Land wieder einige komplizierte Großeinsätze: Im Mai gerieten auf dem Außengelände der Papier- und Kartonfabrik in Varel einige Altpapierballen in Brand – dann brach ein Großfeuer auf dem Gelände aus. 7000 Tonnen Altpapier standen in Flammen, die in Spitzenzeiten bis zu 200 Feuerwehrleute bekämpften. Insgesamt beteiligten sich in den zwei Einsatztagen 400 Einsatzkräfte aus Friesland sowie den Landkreisen Oldenburg, Wesermarsch, Ammerland, Cloppenburg und auch aus Ostfriesland.

Nach dem heißen und trockenen Sommer sorgte der Moorbrand bei Meppen bundesweit für Schlagzeilen. Bei Schießübungen der Bundeswehr geriet Anfang September eine rund sechs Hektar große Fläche eines Übungsgeländes im Emsland in Brand – ausgelöst durch abgefeuerte Raketen. Nach einer knappen Woche erreichte der Brandgeruch dann Oldenburg und umzu. Erst Mitte Oktober gab die Bundeswehr Entwarnung, der Moorbrand war gelöscht.

Mitte September, noch während des Moorbrandes, folgte der nächste Großeinsatz: In Bremen stand ein Baudock der renommierten Lürssen-Werft in Flammen. Dabei griffen die Flammen auch auf eine gerade im Bau befindliche, 150 Meter lange Luxus-Yacht über. Schwer verletzt wurde bei dem Brand niemand. Aus der ganzen Region, unter anderem aus Brake, bekämpften 900 Einsatzkräfte der Feuerwehr das Feuer. Laut Amtsleiter der Feuerwehr Bremen habe es sich um den „personell umfangreichsten Einsatz der Nachkriegszeit“ gehandelt. Nach drei Tagen war dieser erfolgreich beendet, der Schaden wurde auf mehr als 610 Millionen Euro geschätzt.

Im November hielten zwei mysteriöse Brände in Alten­esch in der Wesermarsch sowohl Feuerwehr als auch Anwohner in Atem: Die beiden nur wenige Meter voneinander entfernten reetgedeckten Häuser waren innerhalb von 24 Stunden in Flammen aufgegangenen. Beide Gebäude waren unbewohnt.

Und erst am 12. Dezember waren rund 200 Feuerwehrleute beim Brand eines Recyclinghofes in Munderloh im Landkreis Oldenburg im Einsatz. Durch die große Rauchwolke kam es sogar auf der Autobahn 28 zu Sichtbehinderungen.

14 000 Feuerwehrleute

Dabei gibt es im Oldenburger Land nur drei Berufsfeuerwehren – in Oldenburg, Wilhelmshaven und Delmenhorst. „In Niedersachsen sind Berufswehren erst ab einer Einwohnerzahl von 100 000 vorgeschrieben“, sagt Dieter Schnittjer, Vorsitzender des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes und Regierungsbrandmeister. Somit seien von den rund 14 000 Menschen, die im Feuerwehrverband organisiert sind, nur etwa sieben Prozent von Beruf Feuerwehrleute. „Wir haben mehr als 13 000 Einsätze im Jahr“, sagt Dieter Schnittjer. Zwei Drittel davon seien Hilfeleistungen, ein Drittel seien Brandeinsätze.

Und: Im Laufe des Jahres gebe es viele Fehlalarme. 15 bis 20 Prozent werden durch technische Störungen und Defekte bei Brandmeldeanlagen ausgelöst, sagt der Verbandsvorsitzende. Die meisten gebe es nachts. Vor allem bei Altenheimen, Schulen oder Krankenhäusern rücke stets ein Großaufgebot aus. „Das macht uns Sorgen und das ist ärgerlich.“ Dennoch: „Wenn Bürger das Gefühl haben, dass es eine Notsituation gibt, sollten sie immer die 112 wählen – wenn es ein Fehlalarm ist, ist das zwar unglücklich, aber immer noch besser, als wenn zu spät gehandelt wird.“ Dabei müsse auch die Ausrückzeit beachtet werden: „Wenn durch die Alarmierung Zeit verloren geht, ist das viel schlimmer“, sagt Dieter Schnittjer.

Wie sieht es zu Weihnachten oder an Silvester aus? „An Weihnachten gehen die Menschen bewusster mit dem Feuer um“, sagt der Regierungsbrandmeister. Dann gebe es kaum mehr Alarmierungen. Aber: „An Silvester gibt es mehr Einsätze und die Brandgefahr ist größer.“ Dann würden auch festgelegte Größen im Bereitschaftsdienst sein.

Voraussetzung für die Berufsfeuerwehr Oldenburg

Um eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Oldenburg absolvieren zu können, werden die folgenden Voraussetzungen erwartet:
 Schulisch: mindestens Hauptschulabschluss
 Beruflich: mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung eines Berufes, der der Feuerwehr dienlich ist
 Alter: mindestens 21 Jahre alt
 Strafrechtlich: keine Einträge im polizeilichen Führungszeugnis des Bewerbers
 Eignung: Bestehen eines Eignungstestes, der unter anderem Allgemeinbildung, Körperliche Fitness, Handwerkliches Geschick beinhaltet
 Interesse an abwechslungsreicher Arbeit: Büro, Werkstätten, Rettungsmedizin, Feuerwehrtechnik

Mehr Infos unter http://bit.ly/voraussetzung_berufsfeuerwehr

Dabei seien die Menschen während der Feiertage – aber auch rund ums Jahr – dankbar für die Hilfe. Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich. „Die Ungeduld wächst, zum Beispiel bei Straßensperrungen. Und bei Einsätzen auf den Autobahnen gibt es immer wieder Leute, die auf Krawall aus sind, oder Fotos mit ihren Handys machen“, sagt Dieter Schnittjer. „Das sind unangenehme Dinge, die merkt man auch.“

Trotzdem: „Das hält sich noch in Grenzen. In größeren Städten mag das ein Problem sein – im Oldenburger Land ist das noch der Einzelfall und Gewalt kein Thema“, sagt er. „Es gibt keinen großen Redebedarf.“ Zudem würden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst Hand in Hand arbeiten. Doch der Verbandsvorsitzende sagt auch: „Das Thema wird immer mehr in Schulungen einfließen.“

Tipps für Feiertage

Gibt es Tipps für ruhige Feiertage? „Die Menschen sollten vor allem bewusst und verantwortungsvoll handeln“, betont Dieter Schnittjer. „An Heiligabend sollten die Menschen die Kerzen bewusst anzünden und nicht aus dem Raum gehen, wenn Kerzen brennen – selbst wenn es nur ein Teelicht ist.“ Jedes Feuer entstehe durch einen kleinen Funken. Und: „Je trockener der Baum, desto gefährlicher ist es“, sagt der Regierungsbrandmeister. „Das Feuer brennt besonders wegen des Sauerstoffs in der Luft.“ Wenn es brenne, entstehe eine Art Sog.

Für den Fall eines Brandes müsse man gut gerüstet sein, rät Dieter Schnittjer. Brandschutzdecken – eventuell auch eine Sofadecke, wenn sie nicht aus Polyester ist – würden den Schaden noch verringern, sagt er. „Es gibt auch die Möglichkeit, sich einen Feuerlöscher anzulegen.“

An Silvester gelte: „Man sollte die Bedienungsanleitungen lesen und das Feuerwerk richtig einsetzen.“ Auch hier sei ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Raketen oder Böllern wichtig.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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Christian Schwarz Redakteur / Online-Redaktion
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