Oldenburg/Erbil - Jahrelang hat er verletzte Kinder aus dem Irak zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt – jetzt benötigt er selbst Hilfe. Dr. Mirza Dinnayi, Vorsitzender des Osnabrücker Vereins „Luftbrücke Irak“, überlebte in der vergangenen Woche während einer Rettungsaktion im kurdischen Nordirak einen Hubschrauberabsturz, liegt verletzt im Krankenhaus in der kurdischen Stadt Erbil im Nordirak und wartet auf einen Flug nach Deutschland, um sich in Osnabrück behandeln zu lassen.

Unterstützt wird er dabei von der Oldenburger Professorin Dr. Monika Ortmann, die als Spezialistin für Pädagogik bei körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen in den vergangenen Jahren intensiv mit der „Luftbrücke Irak“ zusammengearbeitet hat. Am Wochenende führte die Oldenburgerin zahlreiche intensive Gespräche und E-Mail-Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt in Berlin, der deutschen Botschaft in Bagdad und dem Generalkonsulat in Erbil.

Sie schlug den Behörden vor, den verletzten Luftbrücken-Vorsitzenden in einer der Bundeswehr-Maschinen zurückzufliegen, die gerade Hilfsgüter aus Deutschland ins kurdische Gebiet des Iraks gebracht hatten. Auch im Flugzeug von Außenminister Walter Steinmeier hätte er nach ihrer Meinung zurückfliegen können.

Nachdem sich diese unbürokratischen Überlegungen nicht realisieren ließen, sieht der aktuelle Plan jetzt vor, dass Mirza Dinnayi am Dienstag mit einem Direktflug nach Deutschland kommt. Falls das nicht funktioniert, soll es einen Flug mit Zwischenstopp in Istanbul geben.

Im Telefongespräch mit dieser Zeitung sagte Dinnayi am Sonntag, dass beide Unterschenkel gebrochen seien und er starke Schmerzen im Rippenbereich habe. Da es in dem Krankenhaus in Erbil nur eingeschränkte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten gebe, wolle er auf jeden Fall so schnell wie möglich nach Osnabrück.

Monika Ortmanns Sorgen sind noch nicht vorbei. Auch wenn das Generalkonsulat inzwischen geschrieben habe, bei der Organisation, falls nötig, zu helfen – der anstrengende Flug in einer Linienmaschine sei bestenfalls zweite Wahl.

Jürgen Westerhoff