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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Opfer fühlen sich von Staatsanwaltschaft verhöhnt

14.12.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-12-14T13:49:03Z 280 158

Übergriff In Bad Zwischenahn:
Opfer fühlen sich von Staatsanwaltschaft verhöhnt

Oldenburg Der Fall sorgte vor einem Millionenpublikum für Kopfschütteln: Weil nach damaliger Rechtslage ein Griff in den Schritt nicht strafbar gewesen sei, stellte die Oldenburger Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen einen 19-jährigen Flüchtling aus Afghanistan ein. Die beiden 19 und 21 Jahre alten Opfer schilderten den Übergriff, der sich bereits im August auf der Zwischenahner Woche ereignet hatte, am Montagabend in der RTL-Sendung „Der heiße Stuhl“.

Ein Satz aus der Begründung der Staatsanwaltschaft für die Einstellung des Verfahrens habe die beiden jungen Frauen besonders erschüttert: „Es ist durchaus denkbar, dass der junge Mann Ihnen auf diese Weise sein Interesse an Ihnen ,mitteilen’ wollte.“

„Ich kann definitiv sagen, dass man so sein Interesse an einer Frau nicht zeigt“, sagte eines der Opfer.

Auch Bonny & Claudia haben zu diesem Thema Blogbeiträge verfasst:
Claudias #Aufschrei - oder: Was soll die ganze Antatsch-Scheiße!
Aufschrei statt eine Armlänge Abstand

Sexualstrafrecht verschärft

Nein heißt nein: Nach diesem Grundsatz wurde das Sexualstrafrecht in Deutschland mit Gültigkeit ab dem 10. November verschärft.

Strafbar macht sich nach dem neuen Gesetz nicht nur, wer Sex mit Gewalt oder Gewaltandrohung erzwingt, sondern wer sich über den „erkennbaren Willen“ des Opfers hinwegsetzt.

Sexuelle Belästigung: Dieser Straftatbestand ist ebenfalls neu im Sexualstrafrecht. Er greift, wenn ein Mensch in sexuell bestimmter Weise begrapscht und dadurch belästigt wird.

Die Staatsanwaltschaft bestätigt den Vorfall, verweist aber auf die damalige Rechtslage. Der Straftatbestand der sexuellen Nötigung sei nicht erfüllt, „weil der Angezeigte nicht gewaltsam vorgegangen ist, sondern lediglich den Moment der Überraschung ausnutzte“, teilte ein Sprecher der Behörde auf NWZ -Anfrage mit: „Eine Beleidigung war ebenfalls nicht anzunehmen, da dem Täter nicht zwangsläufig die Absicht einer Kränkung unterstellt werden konnte.“

Die Staatsanwaltschaft begrüßt, dass durch das verschärfte Sexualstrafrecht solche Taten inzwischen geahndet werden können.

Lesen Sie auch : Sexuelle Übergriffe im Nordwesten: Ist doch gar nichts passiert