Ahlhorn - Der Orkan, der am 13. November 1972 über das Oldenburger Land fegte, lässt sie nicht wieder los: Mitarbeiter der heimischen Forstämter erinnern sich genau, wie „Quimburga“ ihre Wälder zerstört hat. Viele nahmen seinerzeit die Fotokamera mit, um die Schäden festzuhalten.

Einige dieser Zeitdokumente und viele Erinnerungen wurden für ein Ehemaligentreffen des Forstamtes Ahlhorn im Waldpädagogikzentrum am Dienstagabend hervorgekramt.

Klaus Hoffmann aus Frie­soythe, heute 82 Jahre alt und 1972 Förster in Augustendorf, zeigte den ehemaligen Kollegen zahlreiche Bilder aus den Tagen nach dem Sturm. Er dokumentierte aber auch die ungeheure und mehrere Jahre dauernde Aufgabe, die beim Aufräumen und Wiederaufforsten der Wälder auf die Mitarbeiter der Landesforstverwaltung zukam. Beeindruckend waren Bilder der riesigen Polterplätze, auf denen die Stämme gesammelt und für den Verkauf gelagert wurden.

Einen Schatz hatte auch der Cloppenburger Revierförster Hermann Boyer dabei. Ein 15-minütiger Film, am Tag nach dem Sturm aus dem Auto und aus einem Flugzeug heraus aufgenommen, zeigte eindringlich das Ausmaß der Katastrophe.

Für Rainer Städing, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, der gemeinsam mit Forstamtsleiterin Regina Dörrie zu dem Ehemaligenabend eingeladen hatte, zeigten die Bilder von den Aufräumarbeiten auch eine positive Folge des Sturmes. Besonders von Waldarbeitern aus Schweden, die mit schwerem Gerät zur Hilfe geeilt waren, habe man viel gelernt. Das betreffe sowohl den Einsatz von Spezialmaschinen als auch die persönliche Schutzausrüstung der Waldarbeiter, bei der die Schweden den Deutschen damals weit voraus gewesen seien. „Heute“, so Städing, „sind wir mindestens so gut wie die Schweden.“