Osnabrück - Die Osnabrücker Polizei warnt die Karnevalisten vor dem traditionellen Ossensamstags-Umzug vor verbotenen und unangemessenen Verkleidungen. Verboten seien sämtliche verfassungsfeindlichen Symbole und volksverhetzenden Kostüme, teilte die Behörde am Donnerstag mit. „Wer als Adolf Hitler geht, macht sich also strafbar.“ Zu den verbotenen Zeichen zählten unter anderem solche der Nazis oder des Ku-Klux-Klan und sämtliche Abkürzungen dafür. Zum Ossensamstag mit rund 100 Wagen und Gruppen werden in der Innenstadt an diesem Samstag mehr als Zehntausend Besucher erwartet.

Auch echte Dienstkleidung von Polizisten darf den Angaben zufolge wegen der Verwechslungsgefahr nicht getragen werden. Waffenattrappen, die ihren echten Vorbildern täuschend ähnlich sehen, und unbrauchbar gemachte echte Schusswaffen sind nicht nur im Karneval verboten. Echte Waffen und Reizgas seien ebenso nicht erlaubt, auch nicht für Inhaber einer Waffenbesitzkarte.

Die Polizei warnt zudem in Zeiten von Terrorismusgefahr vor Verkleidungen als Terrorist oder ähnlichen Maskierungen. Sie seien zwar nicht verboten, könnten allerdings zu Verwechselungen und Angst unter den Mitfeiernden führen. Das Sicherheitskonzept beziehe wie in den vergangenen Jahren die Gefahr eines Terroranschlags mit ein, sagte eine Sprecherin dem epd. So würden an neuralgischen Punkten Durchfahrtsperren aufgebaut. Eine besonderes Risiko bestehe aber nicht.

Deutlich zurückgegangen sei in den vergangenen Jahren der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen beim Ossensamstag. „Die Präventionsmaßnahmen haben gegriffen“, sagte die Sprecherin. Allerdings seien die Besucherzahlen auch stark zurückgegangen. 2010 lagen sie bei rund 100.000 Menschen. Im vergangenen Jahr zählten die Beamten noch knapp 15.000. Die Schulen seien auch diesmal wieder angesprochen worden, das Thema mit den Schülern zu besprechen. Gemeinsam mit Caritas und Diakonie habe die Polizei wieder einen Elternbrief mit entsprechenden Warnungen verfasst.

Auch Dagmar Thole von der Fachstelle Sucht der Diakonie bestätigte, dass sich die Situation seit einigen Jahren beruhigt habe. Dennoch sei ihr Team wieder mit dem „Diakonie Checkpoint“ vertreten. Passanten könnten den Alkoholgehalt in ihrer Atemluft messen lassen. Wer nur mäßig getrunken hatte, nehme an einem Gewinnspiel teil. In den vergangenen Jahren seien deutlich seltener sehr hohe Promillewerte gemessen worden. „Der 1. Mai ist da deutlich problematischer.“