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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Hundehalter haften begrenzt

12.10.2019

Osnabrück /Quakenbrück Hundehalter haften nur begrenzt für ihre Tiere. Das hat eine Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück in einem Urteil festgestellt und zugleich die Grenzen der Haftungspflicht von Hundehaltern präzisiert. Reaktionen der Tiere seien nicht immer vorhersehbar. Doch nicht in jedem Fall führe dies auch zu einer Haftung der Tierhalter, hat die 8. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück in einem Urteil vom 23. September 2019 (Az. 8 O 1022/19) klargestellt.

Im konkreten Fall hatte eine ältere Frau aus Quakenbrück auf Schmerzensgeld geklagt. Sie sei im Sommer 2016 zu Fall gekommen und habe sich erheblich verletzt, nachdem sie ein Rottweiler in Quakenbrück angesprungen habe. Der Besitzer des Rottweilers war selbst bei dem Vorfall nicht anwesend.

In der Beweisaufnahme stellte sich jedoch heraus, dass der Rottweiler die Frau, die mit ihrem Terrier unterwegs war, gar nicht angesprungen hatte, sondern in Richtung der Klägerin gelaufen war. Die habe ihren Terrier auf den Arm genommen und dann wieder abgesetzt, nachdem der Rottweiler angeleint worden war. Der Terrier sei mehrfach um die Klägerin gelaufen und habe sie mit der Hundeleine umwickelt. Dadurch sei sie zu Fall gekommen.

Die 8. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück wies die Klage ab. Sie schenkte der Sachverhaltsschilderung der Zeugin Glauben, die den Rottweiler betreut hatte. Auf Grundlage ihrer Schilderung ergebe sich keine Haftung des Beklagten als Halter des Rottweilers.

Zwar hafte ein Tierhalter immer dann, wenn es durch das spezielle tierische Verhalten seines Haustiers zu einer Verletzung Dritter komme. Die bloße Anwesenheit des Rottweilers reiche nicht, um eine Haftung zu begründen. Unmittelbar zu Fall gebracht habe diese ihr Terrier, als er mit der Leine um sie herumgelaufen sei. Um eine Haftung des Halters des Rottweilers annehmen zu können, hätte aber, so die 8. Zivilkammer, mindestens feststellbar sein müssen, dass der Hund des Beklagten durch ein wie immer geartetes Verhalten den Hund der Klägerin zu diesem Verhalten provoziert hatte. Das war aus Sicht der Kammer nicht der Fall. Die bloße Anwesenheit des Rottweilers genügte dagegen in den Augen der Kammer nicht, eine Haftung seines Halters zu begründen.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Die Klägerin hat die Möglichkeit, dagegen mit der Berufung zum Oberlandesgericht Oldenburg vorzugehen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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